Tagebuchblatt 6_11.08.2010

wie fuehlt sich das an, ausgestossen zu werden aus einer gemeinschaft, die eh´ nicht viel fuer den naechsten uebrig hat? es fuehlt sich gar nicht gut an, kann ich nur sagen: jetzt ist es raus & amtlich, ich werde bei meinem arbeitgeber ueber das jahr 2011 hinaus nicht uebernommen, ich kann gehen, dabei habe ich meine schuldigkeit noch gar nicht getan, witzlos ists trotzdem.
es ist eine schauderhaft zynische situation: da wird man für zwei jahre eingestellt, die arbeit nimmt nicht ab, & dann kuemmert es niemanden mehr, weder ARGE noch arbeitsstelle, ob man wieder in hartz4 verfällt oder nicht, dabei sollte es doch vorrangig sein, den langzeitarbeitslosen dauerhaft in arbeit zu bringen, das recht auf arbeit in die realitaet umzusetzen.
geschissen darauf. 
ich bitte meine ordinaere ausdrucksweise an dieser stelle zu entschuldigen.
nicht zu entschuldigen ist meine ratlosigkeit, schon seit vielen monaten raubt sie mir die innere & aeussere ruhe, den so genannten seelenfrieden, der mich davon abhielte, ordinaer oder geschmacklos zu werden. oder sogar auszurasten, wie es so schoen heisst. nichts von alledem, ich bleibe ruhig & scheinbar gelassen, so, wie es jeder deutsche in solchen situationen tun wuerde, haltung bewahren & nuechtern denken.
ich bin aber kein nuechterner deutscher, ich bin kein preussischer junker, ich bin kein bairischer grossfuerst, kein badischer galan, kein saarlaendischer grossindustrieller, kein koelner jeck.
ich bin am verlieren.

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