Wolf in The City, Part 1

Bis jetzt ging alles gut, scheinbar gelassen reagiert die Umwelt auf mein Unglück. Wie lange dauert es dann noch, bis es alle erfahren & mit heimlicher, kaum verhüllter Verachtung auf mich herabschauen? Das ist schon einmal geschehen, von 2002 bis 2008/09, eine lange Zeit, nicht wahr, manche Leute fragten: „Wieso kriegst du keine Stelle, was ist da los?“




Weil nix mehr los sein kann, wollte ich liebend gerne antworten. Doch ich streunte nur als Wolf durch die abendliche Stadt auf der Suche nach etwas Fressbarem, etwas, was ich mit Haut & Haaren hätte verschlingen mögen. Ein gutes Wort oder ein Mutmacher.


Die wahren Mutmacher sind weit weg, in der Tat.


Die Glücksmomente, es geschafft zu haben, wieder in Arbeit zu sein, sind ein für allemal vorüber. Die Ernüchterung schlägt auf den Magen – & obskure Schmerzen spüre ich überall am & im Körper. Es ist nicht gut, einen unvollkommenen Körper zu besitzen, & noch weniger gut ist´s, schlechte Gedanken zu denken & sie sogar noch auszusprechen.


Ich weiss nur zu genau, dass die guten Zeiten schon lange zurückliegen, die Gegenwart ist keine gute Zeit, was soll ich mit ihr anfangen?


Soll ich sie mir wegdenken, aus dem Gedächtnis bannen, einen Fluch über sie sprechen, sie zu „töten“ als versinnbildlichten Fetisch?!Es wird jeder „Greif dir mal annen Kopp!“ sagen, & sie haben recht.


Nun, dies ist eine Monographie, kein Mythos, keine Legende, eine einfache Geschichte, die kein Ende nimmt. Es ist der monotone Rhythmus einer geschichtslosen Zeit, ohne Auf & Ab, es ist nurmehr ein Ab zu registrieren –


Ich langweile meine erhabenen Leser mit meinen ängstlichen Gedanken, nicht wahr?


Verzeiht, meine Zeit ist um, es ist eine neue angebrochen, eine mit dynamischeren Egoisten, wie ich keiner bin, mit mehr Gier dahinter & noch mehr Rafflust behaftet, recht so!


Meine Güte, diese Stadt ändert sich nie, sie hat mir noch nie viel Glück gebracht, wenn ich so zurückdenke. Aber mir unnötige, quälende Fragen & Aufgaben zu stellen, dazu habe ich nicht die Kraft, es gäbe vieles aufzuklären & zu bereden – Das Gewässer ändert seinen Lauf, der See seine Ufer, das Meer seine Tiefe & Untiefe, ich lasse alles so, wie es nicht ist & nicht kommt.

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