Die raeterepublik im angelsportverein

wenn worte & saetze zusammenkommen ……. wenn saetze zu thesen werden …… wenn thesen zu doktrinen gerieren …… wenn doktrinen zu …… ja – was kaeme danach!? …. aber jetzt mal von vorne, ganz langsam, zum mitschreiben.
es gibt leute, die etwas wissen, zugegeben. & es gibt leute, die etwas besser wissen, auch zugegeben. & von diesen beiden kategorien gibt es noch welche, die alles viel besser besserwissen. sie sind altbekannt.
Nur eines wissen sie nicht, können sie nicht wissen: wie blind & taub & resistent eigener kritik gegenueber sie sind. sie haben naemlich keine, konnten sie nie entwickeln, weil ihre eigene aufgeblasene persönlichkeit ihnen selbst im wege stand.
gleichzeitig sind sie keineswegs immun gegen kritik oder gegen schärfere sachen wie häme, spott, sarkasmus, wenn sie von aussen kommen sollte. darauf reagieren sie wie auf alles eigentlich, mit unbändiger aggressivitaet & fast schon krankhafter sensibilitaet.  aber nur, weil es dabei um ihre eigene person geht.
& sie reden, sie koennen sich ausschliesslich nur selber reden hoeren, sie trinken den dicken saft ihrer eigenen worte & saetze wie nektar, & sie sind stets vernuenftig & bleiben im rahmen.
in welchem rahmen eigentlich? wie kann man im rahmen bleiben, wenn man staendig aus dem rahmen faellt?
& sie geben zu jedem senf ihre eigene wurst dazu, die wiegt selbstverstaendlich mehr als der beitrag der anderen. es sind tag- & abendfuellende zeitgenossen & -genossinnen, schliesslich haben sie ja etwas zu sagen.
noch etwas zu dem gewichtigeren teil des ganzen erscheinungsbildes: jede, aber auch jede aufgestellte behauptung oder meinung eines dritten wird in die minderwertige zone gedraengt, es wird gnadenlos so lange gegen etwas gesagtes konterkariert, bis derjenige, der es sagt, entweder aufgibt oder nach schottland emigriert & sich einem dortigen familienclan anschliesst.
& wie steht´s mit der eigenen meinung? es steht sehr gut um sie, ich kann sie beruhigen. die steht wie ´ne eins, wie ein goethegedicht im lesebuch einer 6. hauptschulklasse – oder wie schiller´s „Glocke“ („…. festgemauert in der erden ….).
oder das allgewaltige expressive auftreten des „ich-habe-recht-&-das-muss-&-wird-recht-bleiben“-gehabes bei jeder gelegenheit, sei sie auch noch so banal & unwichtig. solch ein zeitgenosse gruendet keinen biederen verein, er gruendet gleich eine raeterepublik im angelsportverein, nur um diesen nach einiger zeit beleidigt wieder zu verlassen & sich zu wundern, weshalb er nicht gut ankommt.
ich spreche beileibe nicht von mir, auch nicht von ihnen – ich spreche von leuten, die seit ihrer kindheit nur vorne im bus sitzen wollen & es auch stetig durchsetzen. sei es mit gewalt, sei es mit lauter stimme, sei es mit ohrenbetäubenden beifallserheischungen jedweder art, die sich ein individuum nur ausdenken kann.

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