Offener Brief an die ehemaligen Mitglieder unserer Rockband

hallo, hans, lou, charly,

da gabs mal ne band ende der siebziger/anfang der achtziger jahre, es war unsere eigene, aus einer ehemals zornigen schuelerband wandelte sie  sich zu einer ernst zu nehmenden rhythm & blues-truppe a la rolling stones, eine kleine, unbedeutende rockband mit gelegentlichen ausfluegen ins country-fach – damals warst du, hans, schon einige  jahre nicht mehr dabei, es waren zwischenzeitlich andere leute hinzugekommen & wieder gegangen, all das ist nachzulesen in meiner Retrospektive über uns – die nächstes oder übernächstes Jahr herausgekommen sein wird …. ausgerechnet du hast anfang dieses jahres die idee wieder aufgegriffen, diese alte band wieder auferstehen zu lassen. den wunsch hatte ich schon lange, das letzte mal im dezember 2004, als die session mit lu & helmut mehr oder weniger in die hose gingen. damals wollte ich so ne art weihnachtsplatte machen für günter f. und die übrigen exmitglieder, ein so genanntes hallo-hier-sind-wir-wie-ihr-seht-immer-noch-stark kammerkonzert zu dritt, mit 4 oder 5 alten titeln, die unsere ewigen lieblingssongs darstellten, You Ain´t Goin´ Nowhere, I Shall Be Released & andere.
es hat nicht sollen sein.
da gabs mal ne band, & keiner nahm den anderen so richtig ernst. eigentlich sollte man dies tun, wenn man musik machen möchte. aber dem war auch nicht so. also, warum sollte ich dieser gruppe nachtrauern, wenn das quatschmachen & herumalbern wichtiger waren!?

weil´s da noch ein paar musikalische augenblicke gab, die hochinteressant waren &  immer noch sind.  in uns allen schlummern noch immer talente, davon bin ich überzeugt. & die muessen raus, bevor wir alt sind & nichts weiter tun koennen als warten.
ich war derart angespitzt im januar/februar 2010, dass ich ein kleines repertoire für uns zusammenstellte mit drei instrumentals, die ich mit euch ausarbeiten wollte, texte habe ich genug, wir hätten etwas gemeinsames schreiben können. ideen waren schon immer da, nur wurden sie nie ernsthaft in angriff genommen von uns. das war unser grosses, grosses dilemma.
nun gut, belassen wir die vergangenheit dabei, wo sie hingehoert. bleiben wir in der unmittelbaren gegenwart. ich moechte immer noch, dass die band mal wieder zusammenkommt. ich wuerde so gerne eigene lieder spielen, die entweder von mir eingebracht werden oder von uns allen zusammen geschrieben & arrangiert werden, es ist einer dieser grossen, grossen traeume, die ich hege. alleine musizieren & aufnehmen macht nur begrenzt spass, ich merke schon lange, dass meine fertigkeiten beschränkt sind, aber mit euch zusammen wäre es sicher anders, sogar besser. auf jeden fall wären die impulse & ideen & musikalische bandbreiten viel weiter angelegt als bei einem solopart. es waere noch besser, wenn jeder seine soloziele hier einbringen koennte, habt keine scheu, es gibt fuer alles ein publikum, es muss nur gute musik sein.
waert ihr drei anderen dazu bereit, auch meine ideen zu verwirklichen, so, wie wir die jedes anderen verwirklichen wuerden? waert ihr bereit, unsere musik endlich & endgueltig ernst zu nehmen?
ich traeume von auftritten, einem oder zwei selbst gedrehten videos, die wir auf you tube veroeffentlichen koennten, aber vor allem traeume ich davon, dass wir an songs arbeiten, sie aufnehmen, arrangements finden, sounds finden – & wenn´s bloss bei einem samstag-/sonntagnachmittag-hobby bleiben sollte.

& dann die realitaet – zeitmangel, zu grosse entfernung, desinteresse, absagen, absagen, verschleppungen, vergesslichkeiten, kein engagement, kein echtes interesse, lippenbekenntnisse, papiertiger. illusionensterben, ideenausrottung, abwürgen von spontaneitaet, die ganze palette. ich war auf dies alles gefasst, hand auf´s herz. aber wenn es dann eintrifft, trifft es mich doch.
die illusion lebt weiter.

dies ist ein offener brief, ich wuensche, dass er von euch gelesen/geschlossen wird.

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