Hiermit erklaere ich meine solidaritaet mit den erbsenzaehlern!

meine sehr verehrten damen & herren,          

                                                                                                 ich begruesse sie recht herzlich zu unserer dreitaegigen tagung in blieskastel & wuensche ihnen einen angenehmen aufenthalt in dieser,  fuer unsere zwecke ueberaus geeigneten & adaequaten stadt, die in unvergleichlicher weise diesen unseren status in der ganzen welt vertritt. wir, die vereinigung der gesamtdeutschen erbsenzaehler-innung aus blieskastel, haben diese tagung anberaumt, um der welt & insbesondere deutschland zu zeigen, dass wir sehr wohl dazu faehig sind, die kleinbuergerliche politik unserer regierung in berlin der unseren gleichzusetzen, wenn nicht sogar zu uebertreffen.
lassen sie mich als naechstes die delegationen begruessen, die sich, wie wir alle wissen, zum gelingen unserer anberaumten ziele vorgenommen haben, keinen augenblick unversucht lassen, ihre arbeit & die damit verbundenen eigenschaften zu vertiefen, auszuweiten & oeffentlich zu machen. dafuer werden wir ihnen ueberaus dankbar sein.
diese delegationen waeren:
 
    
  •  die vertreter der erbschleicher, duckmaeuser & nassauer, saarbruecken,
  • die vereinigung der vertriebenen veteranen des vatikans, valencia,
  • die lobbyisten der einaeugigen esoteriker, eutin,
  • die garantengruppe der geriatrischen grieskraemer, garmisch-partenkirchen
  • die partei der parteilosen pensionaere aus pirmasens.

  ich heisse sie hiermit alle willkommen in unserer schoenen stadt & wuensche einen angenehmen aufenthalt.      wir, die innung der gesamtdeutschen erbsenzaehler  haben es uns zur aufgabe gemacht, nicht nur die gesammelten fruechte unserer langjaehrigen arbeit, also die erbsen, zu zaehlen, sondern auch zu sammeln. die forschungsergebnisse von ungefaehr zehn jahren zeitigten ein vorgehen, das in einen allgemeinen & allumfassenden umriss muenden sollte. eine so genannte enzyklopaedie, die in insgesamt vierundzwanzig grossformatigen baenden (jeder band circa eintausenddreihundert seiten, mit ledereinband, goldschnitt, lesebaendchen , exlibri & persoenlicher widmung des vorstandes), ist geplant & wird in den folgenden 120 jahren veroeffentlich. 
 
zu unserer arbeit kommen noch die forschungsergebnisse, der unserer gesellschaft untergeordneten arbeitskreise der haarspalter, torfkoeppe, laubsammler & leimsieder, deren arbeiten allesamt irgendwie verwandt mit unserer innung sind  – & ebenso beliebt & in der  bevoelkerung & wohlgelitten.        

 diese beliebtheit ist auch der grund, wofuer wir taetig geworden sind, unsere langjaehrigen forschungen haben gezeigt, dass es auf dem gebiet des wissenschaftlich-buerokratischen nutzen-aufwand-modells noch vieles unbekannt ist & eruiert werden kann – & soll.
meine sehr verehrten damen & herren, es ist an der zeit, einmal hervorzuheben, wie wichtig sich dieser unser faktor in der deutschen gesellschaft & wirtschaft zu erkennen gibt, & die nachfrage nach uns ist immens & wird es in den kommenden jahren ebenso bleiben.
    

die hauptaufgabe des erbsenzaehlens ist & bleibt weiterhin die buerokratische tendenz des papierbezogenen abklopfens von mehr oder weniger angenehmen umstaenden, die der aussenstehende gemeinhin nicht versteht – & auch nicht verstehen soll. bitte haben sie verstaendnis dafuer, dass an dieser stelle nicht naeher auf diesen aspekt eingegangen werden kann.
des weiteren besteht sie darin, & darin werden sie mir sicher recht geben, der oeffentlichkeit aufzuzeigen, wie wichtig unsere arbeit & – mehr noch – die damit betrauten kolleg/inn/en fuer diese arbeiten sind. niemand traut sich heute von der hand zu weisen, dass erst die autoritaet & buerokratische kompetenz unserer kollegen es  ermoeglicht, vom eigentlichen sinn dieser arbeit zu sprechen. & darin liegt der alleinige sinn begraben: erbsenzaehlen gehoert zum wichtigsten akt des zaehlens schlechthin – wer will das heute noch bestreiten wollen!? die erbsen etwa?
meine damen &   herren, in diesem sinne sollen die drei tage gebettet & wohl aufgehoben sein, ebenso sie alle, wie sie hier sitzen. ich wuensche nochmals einen angenehmen aufenthalt in unserer schoenen & fuer dieses thema wie geschaffenen stadt, haben sie eine gute zeit & geniessen sie jede erbse – aeh – jede minute ihres besuches. ich danke ihnen fuers zuhoeren.

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