Wolf in The City, Part 2

wieder ein paar wochen spaeter – jetzt beginnen die demuetigungen, eine erste ahnung an ohnmacht habe ich schon seit längerem mit mir herumgeschleppt, nun kehren die nadelspitzen wieder, die den bauch treffen & darunter. um bei der überschriftsmetapher zu bleiben, der stadtwolf bekommt aerger, jeden tag mehr, er muss nun auf die muellplaetze ausweichen, wenn er was zu fressen finden will, muss sich von aas ernaehren, von frischem fleisch kann er nur noch traeumen. & er wird allerorts getreten, geschlagen, verjagt & bedroht, sogar mit dem leben. so jagen die staedter nicht mal einen hund fort. einen stadtwolf aber schon. die gesellschaft wandelt sich, sie besinnt sich auf sich selber als die grosse, ewig zufriedengestellte masse, die von aussenseitern nichts wissen will, sie haben keinen rahmen für sie, sie haben nur zwinger.

sperren sie mal einen wolf in einen zwinger. le loup de la ville ne doit pas d´exister (verzeiht mein fehlerhaftes franzoesisch, n´est-ce pas?!).

es gibt auch noch andere reaktionen & emotionen, die mich mehr beeindrucken – sie wollen mir mut machen & bezeugen, dass die leute, die solche saetze zu mir sagen, ein wenig nachgedacht haben. ihnen scheint in der tat etwas an mir zu liegen. das adelt sie & laesst meine trauer & wut ein bisschen verstummen. zumindest ziehe ich mich etwas beschaemt in meinen bau zurueck & versuche weiterhin kreativ zu sein. kreative ohnmacht pflegen, sozusagen.
also gut, einen kleinen kompromiss muss ich mir eingestehen, der wolf aus der prairie hat´s geschafft, in der stadt heimisch zu werden, stadtwolf zu sein, es ist zwar eine zahlenmässig kleine stadt, aber immerhin – hier gibt es dachse, waschbaeren, katzen, hunde, ratten, maeuse, kaninchen, eidechsen, rehe – und jaeger. also genug beutetiere, um mir mein ueberleben zu sichern. dennoch bin ich nicht gluecklich dabei. mir fehlt etwas, & meine leser werden es zumindest ahnen, was. ich werde sporadisch darueber berichten. so kann auch ein einzelnes leben sporadisch untergehen. die weichen dafuer sind in deutschland gestellt. es geht voran, jedenfalls in dieser beziehung. der stadtwolf hat keine daseinsberechtigung, das ist die maxime der politiker & verantwortlichen. sie vertreten die stadt & das gesamte system.
& ja niemand soll verdacht schoepfen.

wer nur ist das „system“?

stadtwolf sein oder nicht sein, das ist fuer mich keine frage – wenn´s mir uebel wird im gemuet, gehe ich auf jagd, demuetigungen hin oder her.

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