Wolf In The City, Part 4

They call me the stadtwoof!!!!!
Eigentlich bin ich lediglich ein streuner, der seine heimatstadt unsicher macht mit seinen bloedsinnigen einfaellen – ich fresse die abfaelle der ideen von groesseren geistern & naehre damit zum teil meine jungen –  meine jungen, das sind die miesen, schwarzen gedanken mit den reisszaehnen, die schon so gefaehrlich gucken koennen wie ihr erzeuger.
manchmal verstosse ich sie auch. dann muessen sie hungern oder ver-hungern.
wieviel zeit bleibt mir noch, mein bart wird allmaehlich grau, mein geruchssinn ist von der stadt abgestumpft, mein fell vom letzten regen noch nicht trocken, aber es juckt mich immer, da kann ich nichts machen. & es ist so grau wie mein alltag, der ebenso versteckt & schleichend in die jahre gekommen ist.

heute nenne ich es „streunen“. vor dreissig jahren war es „muessiggang“, frei nach hermann hesses „Die Kunst des Muessiggangs“, aber ist ein stadtwolf tatsaechlich ein muessiggaenger? zwar habe ich viel zeit & musse, aber die benoetige ich ueberwiegend zum ueberleben. noch bin ich nicht gezwungen, aas zu fressen, doch es kann diese zeit kommen, in der ich es tun muss. die leute sehen mir den wolf noch nicht an, ich kann mich gut verstecken, jedoch ein wolf im schafspelz bin ich noch lange nicht, eher ein romantischer hirte, der soeben einen wolf erspaeht hat, mit einem leichten gefuehl der angst dabei. die naehe zu den menschen ist mir noch immer lieb & teuer, sonst wuerde ich laengst wieder in meinen steppen oder waeldern verschwunden sein.
die staedte habe ich liebgewonnen, ihre bewohner, ihre polizisten, die jaeger, die hinter mir her sind, weil sie liebend gerne lebende tiere abknallen, um mit ihren leichen anzugeben – ich kann ihnen schneller entwischen, wie sie ihre gewehre haben laden koennen – es macht sogar spass, ihnen auszubuechsen. das haelt mich fit & – am leben. nur die hungerzeiten sind nicht angenehm, sie verderben mir die freude am leben selbst, & jetzt, mit zunehmendem alter, gehen sie selbst auf die gesundheit. meine unstete ernaehrung wird mir eines tages den rest geben, darueber werde ich nicht traurig sein, alles muss einmal sterben, wenn der grosse schwarze wolf einmal vor mir stehen wird, will ich so tapfer sein, dass ich ohne angst mit ihm gehen werde. hinter der milchstrasse soll unser tierisches jenseits sein.
ich weiss nicht, wo die milchstrasse endet.

Advertisements