Wolf In The City, Part 6

Winterschlafenszeit – vorübergehende abkehr von der lieblingsstadt & aufbruch in die waelder meines heimatlichen dorfes auf der rechten seite der blies – aus nassem walnusslaub baue ich eine huette, lade die residenten singvoegel ein, mit mir zu speisen & schenke ihnen die kruemel, die mir andere menschen grosszuegig ueberlassen haben. jeder muss irgendwie ueberleben koennen – mein ueberlebenskampf ist ein rueckzug, nicht ganz freiwillig, aber ich finde ihn spannender als das herumstreunen auf asphaltierten wegen in den haeuserschluchten, wo es keine nahrung fuer mich mehr gibt. auch sind woelfe hier im stadtgebiet selten geworden, ich kenne nur vier stueck, die sich mir halbherzig angeschlossen haben, andere ziehen es vor, bei den menschen zu bleiben & deren sprache zu sprechen. aber diese vier gehen sich trotzdem gegenseitig aus dem weg, zu gross ist der drang, alleine zu sein & zu bleiben.
es gehoert kein elitaeres denken  dazu, in winterlichen zeiten sich abzusondern. es gehoert eine menge mut dazu, es dennoch zu tun. ich begebe mich freiwillig auf duennes eis, meine zukunft ist unsicherer denn je, die gefahr zu verhungern ist gross, dabei hat der winter noch nicht einmal begonnen. dennoch, die schlafenszeit ist gekommen. ich meine nicht den winterschlaf, woelfe halten keinen winterschlaf. auch die leute in der stadt halten keinen, sie sind nicht darauf vorbereitet, sie bleiben zuhause & naehren sich redlich von dem, was sie verdienen.
viele woelfe hingegen verdienen nicht einmal mitleid. sollte ich je einem meiner jaeger begegnen, der bestimmt zu keinem mitleidstraeger gehoert, so wird er dies nicht ueberleben. doch dies waere wiederum stoff fuer einen weiteren artikel, das verhaeltnis von woelfen zu jaegern.

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