Ein Hartzer Roller im Herbst 2010

 die geschichte wiederholt sich – was gibt es darueber zu sagen, gibt es eine ueber-traurigkeit, kann sie noch gesteigert werden, dann habt ihr jetzt einen jammerlappen vor euch sitzen, der sich gewaschen hat, um es mal ganz salopp zu sagen.

Um aber nicht in eine psychofalle zu tappen, wie es in der vergangenheit sehr haeufig der fall war, gebe ich mich nicht wieder auf, obschon ich resigniert habe. Wieder hartz4-empfaenger sein zu muessen, das ist schon ende der fahnenstange, denke ich, & wenn die fahnenstange mir aus den haenden gleitet, dann wird’s zappenduster. Noch ist es nicht soweit, die strasse hat mich wieder, jedenfalls in meinen gedanken gehe ich diese strasse – in den letzten tagen greife ich wieder gerne zu den buechern meiner alten lieblinge aus meiner studentenzeit, hermann hesse, jack kerouac, rose auslaender – sind sie vergessen in deutschland oder in der welt, frage ich mich – & weshalb sollten sie es sein, solche interessanten buecher gibt es nicht alle tage zu lesen. & die menschen dahinter sind allesamt interessanter als die heutigen promis & deren raffkultur. Ich fluechte gerne, allzu gerne in die abgeschlossene vergangenheit.

Jack kerouac – allein schon beim lesen seines namens bekam ich in den siebziger jahren glaenzende augen – seine texte weckten ein starkes verlangen in mir, es ebenso zu handhaben, diesen langen blues, der sich leben nennt. Gleichwohl, meine bequemlichkeit spielte mir tausend streiche, mein talent, in fettnaepfchen zu treten, weicht niemals von mir, & der rest ist uninteressant. & mein pseudonym – philipp sutaio – ist es nicht krank, wenn man in einen charakter schluepfen will, den es gar nicht gibt?!

Bin ich nicht gerne dieser sutaio, der halbindianer, der in deutschland gestrandet ist & so tut, als waere er ein erfolgreicher schriftsteller?! Bin ich nicht gerne ignatius ignorantus, der chaotische journalist-detektiv, der ebenfalls blieskastel & dessen umgebung unsicher macht mit seinen haarstraeubenden geschichten, die keinen anfang & kein ende kennen?!

Bin ich etwa gerne ein hartz4-empfaenger?

Einen seltsamen geruch verbreite ich allemal, wenn man von der stuetze leben muss, hat man den angebrannten geruch von alten kleidern & essen an sich, da gibt’s nichts zu ruetteln, fehlte nur noch ein brandmal auf der stirn, eine art ausweis als hartzer. Kann man mich schon von weitem erkennen, ist das kainsmal der armut & verelendung bereits vorhanden? Aber ich schlage mich durch.

Vielleicht sollte ich reklame für kaese machen, hartzer kaese, meine damen & herren, ist der gesuendeste, denn wer davon lebt, wird nicht alt. Kaufen sie hartzer kaese, da stimmt die mischung, viel ruch, wenig wuerde, mit zwiebeln obatzt, wie es auf bayrisch heisst, damit der hautgout verloren geht.

Der hautgout des alten lebensstiles, der wie eine lange zurückliegende episode noch immer nachwirkt, obwohl alles bereits vergangenheit ist, als wenn man nicht mehr lebte. & darueber hinaus ist er noch unerreichbar weit weg, er erscheint als luxurioese phase, die einem genommen wurde durch den verlust der arbeitsstelle.

So, das jammertal waere als wanderziel erst mal ins auge gefasst, nun kann ich bald aufbrechen, um es zu durchqueren. Will jemand mit mir kommen, ich bin gerne bereit, ihn mit auf meine wanderschaft zu nehmen, die ferne lockt, & die ARGE Noah hat vielleicht ein warmes plaetzchen fuer mich, nicht nur im dezember 2010. nur, den berg ararat zu finden, wo noah anlandete, das erscheint mir nun doch etwas zu weit hergeholt, daran knuepft sich ein ganz anderes kapitel meines daseins.

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Ein Kommentar zu „Ein Hartzer Roller im Herbst 2010

  1. Hallo Sutaio, ich wünsch Dir ein gutes, womöglich besseres Jahr 2011. Ich wünsch Dir Kraft, Zuversicht, Witz, Gesundheit, gute Leute, Himmel, Kosmos, Kuckuck, Wälder und Felder – alles, was Du brauchst, um weiter zu machen.

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