Neuauflage von On The Road – Jack Kerouac

ich lese zur zeit einen roman neu, gaenzlich neu, „on the road“ von jack kerouac, einem meiner alten, klassischen vorbilder, vor 35 jahren las ich das taschenbuch aus dem rowohlt verlag – & danach immer & immer wieder, so an die 10mal, denke ich. nun ist es endlich in der urfassung auch wieder auf deutsch erschienen, ich habe es mir zum dritten mal gekauft, eines der taschenbuecher ging mir vor jahren verloren. ein echter verlust.
hier in dieser neuuebersetzung sind die personen mit ihrem richtigen namen vertreten, allen ginsberg, neal cassidy, william boroughs, all die epigonalen vertreter der beat oder lost generation der usa,  & heute noch meine grössten lieblinge der amerikanischen literatur – die beats, beatniks, diese berauschten spinner, die new york, san francisco & denver als ihre ureigensten entdeckungen priesen, obschon sie von den wilden szenen, hierzulande wuerde man es als kiez bezeichnen,  der jeweiligen grossstaedte immer nur am rande beruehrt waren, sie verarbeiteten ihre jeweiligen erlebnisse jeder auf seine geniale art – aber neal cassidy ist der unausgesprochene held der gesamten gruppe. & der tragischste dazu.
fuer mich persoenlich bleibt der autor des buches mein persoenlicher held, jack kerouac konnte diese rauschhafte lebensweise in bisher unvergleichlicher weise herueberbringen, es ist keine romantik dabei, wie wir europaer sie bezeichnen wuerden, es ist auch nicht die romantik der strasse – in diesem fall, ich denke da wieder an neal cassidy, ist es die strasse als lebensraum an sich, ihre erlebniswelt, die weit ueber die aeusserliche vorstellung von strassenleben hinausgeht. vielleicht kommt mal jemand auf die idee, kerouacs leben zu verfilmen, es waere ueberaus spannend, diesen film – oder genauer gesagt: sein leben – im kino anzuschauen.

neal cassidy ist kein vordenker dieser bunt zusammengewuerfelten truppe, er lebt dieses leben, oder besser ausgedrueckt, diese ruhelose jagd nach einem bestimmten leben nicht bewusst vor, sondern er tut es nur die ganze zeit, & die anderen ziehen mit, weil auch sie getrieben werden, was cassidy nie muede wird, dies als „es“ zu bezeichnen – die erklaerung von „es“, oder „es draufhaben“ bleibt er schuldig. er sucht allenthalben, hoert, sieht, schmeckt es in jedem passanten auf der strasse, der irgendwie seinen weg kreuzt, immerzu berauscht, verwirrt, betaeubt von unzaehligen ereignissen, die auf der strasse, & vor allem in den grossstaedten vorkommen. er preist  die bewegung indem er stets auf achse ist, tag & nacht, ruheloser als alle anderen zusammen. jack kerouac erlebt dies hautnah mit, aber er kann sich besser ausdruecken – & dies ist genau der stoff, der mich von diesem roman so fasziniert sein laesst.

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