Schlagwort Aegypten – Wolf In The City Part 10

die medien sind voll heute mit aegyptennachrichten – nix gutes versprechen sie. dabei hat mir mein wuestenkollege, schakal mahmud, mir ganz andere details in dieser sache erzaehlt. er meinte am telefon: „komm doch fuer eine zeitlang hier herunter & mach hier urlaub, hier ist es warm, trocken, die kannst dir die sonne auf den pelz scheinen lassen, solange du willst, & fuer essen ist auch bald reichlich gesorgt, wenn erst mal die ersten menschlichen leichen hier herumliegen oder im nil schwimmen….“
ich erwiderte: „lieber nicht, an diesen frass bin ich nicht mehr gewoehnt, die kleinstadt in europa bietet andere genuesse. aber vielen dank fuer das angebot.“
mahmud war immer freundlich zu mir, auch wenn ein schakal von hause aus nicht zu den fressfreunden eines nordeuropaeischen wolfs gehoert – dennoch hakte ich weiter: „alter freund, was hat es mit den menschenleichen denn auf sich, & warum sind so viele zu erwarten?“
„das weisst du nicht? nun, hier geht im moment was grosses ab, kann ich dir sagen, die haben zoff mit ihrem pharao, den wollen sie nicht mehr.“
„& deshalb schlagen sie sich die koepfe ein? ich dachte, die pharaonen waeren laengst ausgestorben & laegen einbalsamiert im aegyptischen museum unter glas.“
„neinein, die leben alle noch & sind nur darauf aus, ihre untertanen zu piesacken & zu vergiften mit armut & not, wie sie es nennen, kennst die menschen ja!“
darauf erwiderte ich nichts weiter. mahmud bemerkte mein zoegern.
„lassen sie euch in deutschland denn in ruhe?“
„o ja, wir stehen sogar unter naturschutz.“
„ich meinte nicht die menschen, ich meinte euch woelfe. gibt es denn noch genug von euch?“
„genug schon, nur sind wir weit verstreut in den verschiensten laendern, wir haben kaum kontakt zueinander.“
„abermals ein grund, eine zeitlang in aegyptens wuesten zu leben. wirst sehen, uns gehts bald allen noch viel besser. mir laeuft schon das wasser im mund zusammen. hach, es wird wieder wie damals sein, wie im oktober 1973. herrliche zeiten waren das!“
„haben die aegypter damals auch schon ihren pharao vertrieben?“
„o, sutaio, da du gangest wie ein verirrter in der wueste, weisst du das denn nicht, wir haben uns vollgefressen wie die onager, kann ich dir sagen, die typen lagen ja ueberall herum & stanken vor sich hin, wir brauchten nur zuzubeissen. das war vielleicht eine orgie, kann ich dir sagen.“
dann legten wir auf. ich wollte nicht nach aegypten, er wollte nicht hoeren, & so kam es mal wieder zu keinem vernuenftigen ergebnis. schakale sind mir ein bisschen fremd, sie nehmen alles mit, was ihnen in den weg kommt, wir stadtwoelfe sind da waehlerischer. mag sein, dass die menschen hier in deutschland auch bald ihre pharaonen ueber haben, dann kann ich mir ja schon mal die serviette umbinden. & mit messer & gabel zu essen werde ich auch wohl noch lernen.

 

 

 

 

 

 

Advertisements