Mit der Zeit gehen

das verspreche ich meinen mitmenschen: ich gehe mit der zeit & werde mit der zeit gehen. noch weile ich unter den lebenden. noch. meine spanne leben ist endlich, so, wie alles lebendige seine begrenzte spanne innehat. traurig bin ich deswegen nicht gerade, aber ich haette schon gerne noch ein paar jahre einigermassen gluecklich vor mich hin gelebt. nun denn, es soll anders kommen, ich verrannte mich in einem irrgarten, der sich nur zaeh & langsam als irrtum meines lebens entpuppte, damals war ich noch als gluecklich zu bezeichnen, weil es meine jugend mir erlaubte, ueber die straenge zu hauen. doch ich habe einen makel, irgendetwas scheint mir zu fehlen – ich weiss bis heute nicht, was es ist. es ist wie ein brandmal, ein stigma, unsichtbar, aber jedermann, der sich einige minuten mit mir beschaeftigt, bemerkt es, & es wirkt seltsam auf sie. entweder ich werde fuer vollkommen dumm oder bloed gehalten oder fuer einen irren, ich kann kaum etwas dagegen tun. selbst die leute meiner engsten verwandtschaft sind nicht davon verschont, sie sind die ersten, die so ueber mich denken. trage ich eine maske, die mich verraet, bin ich ein spion aus der hoelle, oder bin ich ein gefallener engel, der seine macht verlor?! ich moechte ja keine macht haben, niemals, ich moechte nur lieben & gedeihen, solange ich lebe.

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