Wieviele Winter sind meine Freunde?

************* Winter = Allegorie auf das nahende Alter ****************************

da schleicht jemand ums haus, ein ungebetener gast, doch glaube ich, der will gar keine gastfreundschaft, der will mehr. dabei koennte ich ´nen freund oder kumpel z. zt. gut gebrauchen. meine kuenstlerischen traeume liegen momentan allesamt darnieder, ausser dem schreiben von liedtexten faellt mir nix gescheiteres ein, als an die vergangenheit zu appellieren & vergangenes wieder auferstehen zu lassen. & dabei hilft mir dieser ungebetene gast aus nirgendwoville – das soll zwar irgendwo in frankreich liegen, aber es ist mir egal, der ungebetene gast spricht jede verfuegbare sprache. welches ist meine verfuegbare sprache!?

sutaio, sag jetzt bloss nicht: die resignative melancholie oder aehnlichen schwurbel, wo bleibt dein indianisches erbe? oder bist du schon zu sehr europaeer, dass du deine ahnen verleugnest?

haben die cheyennes oder andere  prairiestaemme nicht eine winterzaehlung aufgezeichnet, als eine art chronik ihrer existenz in ihrem land? dann setz dich gefaelligst hin & zaehl mal deine persoenlichen winter, anstatt dich vor diesem einen weiter zu fuerchten …
ich bin aber auch europaeer genug, diese vielen winter in meiner vita als beklemmend zu empfinden. ich will auch nicht ueber „ach-wie-schoen-ist/war-die-jugend“ schreiben, was spaeter kam, das praegte mich viel mehr. eines gefaellt mir an wintern, ihr uebergang in den nahen fruehling, so wie jetzt, wenn die kalten naechte noch in den knochen stecken & die waermeren tage sich dennoch ankuendigen. sie kuendigen aber noch etwas anderes an, was mich unruhig sein laesst. ihr werdets erraten wollen.
als europaeer bin ich natuerlich extrem resident & standorttreu, obwohl ich in den staaten geboren bin – trotzdem, ich liebe dieses kleine land & diese kleine stadt & werde sie voraussichtlich auch nicht wieder verlassen. & wenn mich mein alter freund & schamane nicht im stich laesst, dann verschafft er mir immer mal wieder die moeglichkeit, zu meinem echten volk zu fliegen & mich mit meinen ahnen zu unterhalten. wenn dieser schamane wieder einmal in deutschland auf reisen geht, vorausgesetzt. auch die cheyennes reisen gerne in der weltgeschichte herum. & ein halber cheyenne ist zum stubenhocker verkuemmert, ha ha.


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