Meine Gitarren

mittlerweile sind es vier stueck, die ich mein eigen nennen kann – einen fender jazz bass, eine fender akustik, eine 12-saitige akustik & eine halbakustische ibanez. die aelteste, die fender akustik, ist mir die liebste.
oeffentlich habe ich sie nur sehr selten gespielt, in meinen rockbands spielte ich ausschliesslich den bass, da war keine zeit fuer die gitarre. habe aber immer in den ruhepausen auf meiner akustik geschrammt, weil die meisten ideen mir auf der fender einfielen. das ist ueber dreissig jahre her, aber so arbeite ich fast genauso heutzutage noch. nur dauern die pausen zwischen den kreativen schueben immer laenger – da kann man nix machen, die „grosse zeit“ ist eh´ vorbei.
ich bin ein akustik-gitarren-freak, mit elektrischen habe ich kaum was am hut, obwohl meine zweite gitarre eine war, eine hoefner aus den sechziger jahren, zusammen mit einem dynacord gitarrenverstaerker, 20 watt, kostete sie 400 DM – damals eine schoene stange geld. auf dieser habe ich dann ein jahr spaeter bass gelernt & ´ne zeitlang gespielt. wie´s geklungen hat weiss ich nicht mehr, es existieren keine aufnahmen aus jener zeit.
ich mag die akustischen instrumente, der klang ist weich & voll, & wenn die saiten richtig sind, dann gibt´s fuer mich kein halten mehr. alles kann mich dann inspirieren zu einem text oder zu einem melodiefetzen – besonders woerter, seien sie noch so banal, koennen was in meinem kopf einschalten, sogar schreibfehler in einer zeitschrift, die mir auffallen – schreiben ist wunderbar, aber auch sehr harte arbeit.
momentan liegt alles ein bisschen brach, was die musiziererei angeht, ich bin wieder auf der suche nach neuem, fuer mich neuem, was anscheinend niemanden interessiert ausser mir, aber das macht mir nichts aus.
meine eigenen sachen nehme ich selber auf, brenne sie auf CD. sogar die covers gestalte ich selber, in handarbeit – aber ich werde wohl bald mein notebook zu hilfe nehmen, der gedanke reizt mich ueberaus stark. ich habe einen teuren digitalen recorder, mit dem ich endlich (!) rauschfreie aufnahmen machen kann, wenn´s so bleibt.
gitarre spiele ich seit 1968, den bass spiele ich seit 1970. nicht sehr gut, nicht allzu ausgereift, aber ich kann ganz gut improvisieren auf letzterem, vor allem, wenn ich in einer richtigen band spiele, meine erste rockband war anfangs ueberaus experimentierfreudig, das legte sich aber mit der zeit. & ueber die uebrigen bands will ich nichts sagen. diese zeit ist unwiderruflich vorueber. mein gitarrenspiel stagnierte seit 1976, bis vor sieben jahren – da hatte ich einen uebermaessigen kreativen schub an mir wiederentdeckt, & mein gitarrenstil kam wieder einigermassen voran. aber es ist muehsam, wenn man alleine spielt, es gehoert sehr viel disziplin dazu – manchmal pauke ich jazzakkorde, manchmal experimentiere ich mit offenen stimmungen, aber ueber die d- oder die g-stimmung bin ich noch nicht hinausgekommen. in meinem fundus stecken viele beatlesakkorde, ein paar von bob dylan – & neuerdings einige von the band, meiner absoluten lieblingsgruppe. die kennt kein mensch, das macht aber nix. sie haben fast ausschliesslich in b-tonarten geschrieben, hauptsaechlich in f oder d-moll. sind ´n bissel ungewohnt fuer mich auf der gitarre, aber sie reizen mich, sie weiter auszuprobieren. gekoppelt mit meinem jazzinteresse, dass ein bisschen mehr ist als nur akkorde pauken, kommen recht brauchbare sachen dabei heraus. aber nur fuer mich, ganz privat.
ich kann den ehrlichen grossen nur recht geben, einfach zu sein ist am schwierigsten, aber gerade darin zeigt sich ja ihr genie.
ich schreibe lieder mit mitunter sehr vielen akkorden, also bin ich wahrscheinlich medioker in meinem koennen. wenn ich´s nicht waere, waere ich ein beruehmter musiker & dichter. das macht aber nichts. der weg ist das ziel. & bleibt man auf dem einmal eingeschlagenen weg, kann man nicht ueber´s ziel hinausschiessen.

meiner ersten band trauere ich noch immer ein bisschen nach, wir waren fuenf freunde, zwar lagen wir immer untereinander im clinch, wenn es um musikalische fragen ging, aber es befluegelte mich – noch heute verwende ich motive aus jener zeit & spinne sie weiter aus, weil ich sie damals zwar aufnahm, aber nicht weiter an ihnen arbeiten konnte, niemand wollte sich fuer meine sachen interessieren. das war schade, aber ich konnte es nicht aendern.
ende 2009 kam ausgerechnet unser erster saenger/gitarrist auf die idee, sich bei uns uebriggebliebenen zu melden & von einem video zu berichten, das er gerne mit uns aufnehmen wolle. wir sollten unsere alte band wieder aufleben lassen, es waere ein guter start, meinte er, das video.
aus beiden projekten ist nix geworden, im laufe der folgenden wochen verlief das ganze wieder im sand. das war sehr bitter, denn ich hatte mich riesig darauf gefreut, wieder mit der originalen rockband von 1972 zusammenarbeiten zu koennen. vielleicht hat´s nicht sein sollen. immerhin brannte das strohfeuer so lange, dass ich am ende mehr als ein halbes dutzend stuecke fuer diese band geschrieben hatte, nur so als einstieg in unsere zeitgenoessische musik & musizierweise gedacht. na gut, sie liegen halb fertig irgendwo rum. ich werde sie dieses jahr wohl oder uebel auf einer cd aufnehmen & dann vergessen.
zusammen mit meinem wahren ich bin ich ja bereits ein duo, philipp sutaio & rudolf schwarz, das klingt doch schon ganz gut – vielleicht finde ich noch eine andere gespaltene persoenlichkeit, dann waeren wir schon zu viert. dann waeren es fast wieder so viele wie die alte band von 1972. & dann starte ich eine umfrage, wen meine leser am liebsten hoeren, sutaio oder rudolf s.



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Ein Kommentar zu „Meine Gitarren

  1. Hab mir vor zwei Wochen mal wieder „The last Waltz“ ausgeliehen und es war gut. Stimmte natürlich auch ein bisschen wehmütig – wo sind die alten Zeiten?! In den 70ern wurde dieser Film sogar in der DDR gespielt. Da sind wir als Meute rein, paar Flaschen dabei, und es war die reine Seligkeit, ohne Übertreibung. Wenn man da gedanklich wieder reinkommt, merkt man, ermisst man, wird konkret, wie sehr die Welt sich geändert und diese Welt die Leute geändert hat. Vonwegen Befreiung von den Diktatoren! Es werden immer mehr!

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