Im Westen nix Neues

letzte meldungen sind meistens das letzte – (unbekannt)

da rauscht der alltag wie ein fruehlingshafter wasserfall an einem vorbei, & das soll dann alles gewesen sein!? sedierte gedanken pennen gleich beim wachwerden wieder ein, & das bleibt den ganzen tag ueber so – die beine schlurfen die fuesse mit bis zum WC & wieder zurueck, diese morgen waren nicht immer so. es gab mal eine zeit, da strotzte die welt da draussen vor freude, mit musik & lachen fing es an, & mit mehr lachen & einigen mengen an alkohol hoerte es auf, bis in die nacht.
das ist lange her.
es ist wie im krieg, der nicht aufhoeren will, was wir als normales gewitter erleben, ist dann ein granatenangriff oder eine bombardierung aus der luft, tagein, tagaus. & es passiert nicht viel, wahrhaftig nicht. was sind schon ein paar bomben?
geht die welt davon unter? ein weltuntergang waere doch mal was anderes als so´n langweiliger sonnenuntergang. vielleicht haben wir´s ja bald geschafft. luft der freiheit ade, heisst es dann, den letzten walzer tanzen wir, bis wir nicht mehr koennen.
manchmal kann ich es nicht mehr, wahrhaftig, als das luegen noch geholfen hat, ging es mir besser. doch konnte ich schon immer schlecht luegen. also, zum fruehstuecken taugt mein koerper noch, aber vorher toilette machen, sonst riecht man etwas streng tagsueber. … & der tee schmeckt wie immer hervorragend, es gibt keine zeitung, nur alte zeitschriften & magazine, manche schon jahre alt, aber sie vertreiben die einsamkeit. kriegsmeldungen fallen mir wieder ein,  besser gesagt, die nichtssagenden routinedepeschen aus dem ersten weltkrieg, als wenn da nix los gewesen waere – nun, unter uns leichen gesagt: wenn einer tot ist, passiert auch nix mehr viel.
das rauschen im kopf hoert nicht auf, es wird an manchen tagen mal staerker, seltener schwaecher, ist das das alter, die schoenheit der reiferen jahre!? ich danke auch recht schoen, das habe ich wahrlich verdient!
besser ruhig bleiben, tief durchatmen, den krieg nicht heftiger werden lassen, eigentlich ist genug gekaempft worden, aber frieden ist noch lange nicht. & wenn, dann waere ich noch immer im clinch mit meinem koerper, der nicht so will, wie ich es will. vielleicht will er mich gar nicht mehr, straeubt sich gegen mich, weil ich so viele gedanken herumgeistern habe?! soll er doch, ich mag ihn auch nicht mehr, habe ihn nie gemocht. dieses haessliche ding da, das mir jeden morgen im spiegel entgegenglotzt, soll das einmal ein mensch gewesen sein? es war einmal einer, vor vieltausend jahren vorgeburt, oder so aehnlich, ich weiss es nicht mehr. wer mag den krieg erfunden haben, den krieg mit sich selbst, den laengsten, den´s je gegeben hat, den grausamsten aller konflikte!?
so, die kanne ist leer getrunken, die croissants gegessen, die frische luft verbraucht. nun kann ich ja wieder gehen, es wird nix weiter passieren hier in meinem loft. keine bomben, keine handgranaten, keine verirrte kugel, die mich in den ruecken trifft ….. fast koennte man es als idylle bezeichnen, ein kriegsidyll im maerz 2011. & es ist darueber hinaus ein krieg ohne soldateska, es treiben mich keine generaele zur verzweiflung, es gibt keine buerokratie, es gibt keine todesstrafe fuer ungehorsam. ich kann so widerspenstig wie nur moeglich sein, ein orden ist mir immer sicher.

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2 Kommentare zu „Im Westen nix Neues

  1. Sutaio, Du solltest wirklich dazu übergehen, ohne Punkt und Komma zu schreiben. Ein Satz das alles – bis zum Punkt. Gut und wichtig, was Du aus Dir rausholst.

    1. hallo, monologe,
      werde deinen rat bald befolgen. freut mich, dass dir mein geschreibsel gefaellt. aber es faellt mir schwer, meinen stil zu aendern. auf ein paar versuche kommt es aber nicht an. bis bald an dieser stelle.

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