heiss-kalte sehnsucht nach dem nirvana – wolf in the city vol. 15

„es tut uns leid, aber diese massnahme wird nur fuer die maximal 49 jahre alten hartz-4-empfaenger durchgefuehrt.“
„sind sie nicht zu alt fuer den arbeitsmarkt?“
„beantragen sie doch behindertenrente, das bringt einige vorteile fuer einen mann in ihrem alter.“
undsoweiter.
selber bezeichne ich mich schon seit jahren als alten esel, als altes maultier, das schon lange ausgedient hat. dabei bin ich doch ein verkappter wolf in der stadt, der die leute aufregt mit seinem geheul, wenn der mond am himmel sich rundet, was ich eigentlich auch nicht will, aber es ist nun mal meine natur. ich facebooke durch die gegend, meistens auf dem bildschirm meines notebooks, es ist schwarz wie mein fell, & ich liebe es, zu schreiben, was mich kuemmert oder nicht beruehrt. also alles. dabei bin ich beileibe kein allesfresser, hoechstens einer, der zuviel in sich hineinfrisst. die steppe, besser gesagt, die einsamkeit dort, bringt es mit sich, dass ich so geworden bin. also, nun habe ich es amtlich, ich bin zu alt fuer diesen markt der eitelkeiten, meine altai-vorfahren haetten sich schaudernd von mir abgewandt. ihr muesst wissen, ich komme aus dem inneren asiens, dort, wo die baeume keinen schatten werfen & die pferde sich miteinander im staub vergnuegen.
die tage & schrecksekunden summieren sich – soll ich wieder zurueckkehren in die steppe, in die innere mongolei meiner woelfischen seele, oder noch weiter weg, ins nirvana? dorthin gelangt nur der, der alles goettliche erreicht hat, der mit sich & der welt & dem universum im reinen ist. & das bin ich ganz & gar nicht, werte herren, damen & goetter.

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