Wolltest du gestern ans himmelstor klopfen?

wohl zuviel musik von bob dylan gehoert? dabei strahlt er doch einen unbaendigen lebenswillen aus, der bald 70jaehrige, er schreibt noch immer lieder, die dich wegtragen koennen, ohne alk, ohne qualm, ohne sex zu haben – nix is fix, die sonne ist rot, das brot schon lange gegessen, & der baecker is tot! & billy the kid als kris kristofferson ist auch schon mitte 70 oder so, die helden werden alt, sie sind jetzt alter wein, aus einem lange vergangenen jahrhundert heraufgestiegen ins gedaechtnis der jungen – was is mit johnny cash? er ist der gigant, der prediger, der gewaltigste saenger, der jemals gelebt hat, alle skalden, minnesaenger & so manchen blueser mit eingeschlossen, ob tot oder lebendig. & was machst du?
du erinnerst dich an das schoene alte liedchen von robert zimmerman, hast es schon mindestens dreitausendmal gesungen in deinem leben – & verlierst die nerven, weil du zwei tage, eigentlich nur einen nachmittag, eine nacht & einen vormittag, herzrasen hattest. & was tut phil sutaio dann? er rennt gleich zu seiner aerztin in blieskastel, die durchschaut ihn & klaert ihn auf, dass er eine aufregungsattacke hatte & sein psychischer zustand nicht gerade der beste ist. also alles in ordnung, alles nicht so schlimm? mein gott, philipp, du halber cheyenne, wo ist dein indianisches blut, dein charakterfester stoizismus deiner rasse (halben rasse, die andere ist kaukasischer natur), du bist ein weichei, wie fast alle maenner ueber fuenfzig, die ihren lieben daheim nix mehr bieten koennen. zugegeben, die aerztin ist jung & schoen, sie mag dich, du magst sie, ihr achtet einander, was das wichtigste ist, aber sie kann dir nur ratschlaege auf den weg mitgeben, sie kann dich nicht heilen. selbst ein schamane kann das nicht richtig. werde dir darueber klar. & es gibt keinen trost, weder im himmel, noch auf der erde.

wolltest du tatsaechlich gestern ans himmelstor klopfen? meinst du, es haette dir jemand aufgemacht? es wird kein adler jemals mehr auf einem kaktus landen, es wird kein geist oder goettin in gestalt einer weissen bueffelfrau mehr zu dir kommen & dir so etwas aehnliches wie kultur bringen – phil, du hast deine kultur verraten, du wirst nie ins nirvana eingehen, falls die cheyennes je an so etwas glauben sollten. & maheo wird nix verraten wollen, das musst du alles alleine durchmachen. ich habe mal gelesen, dass die lakota indianer nicht an ein jenseits glauben, alles geschieht hier & jetzt, & nur einmal. aber die cheyennes glauben an ein jenseits, es wird so aehnlich weitergehen wie im jetzigen leben, nur ohne angst, ohne winterliche kaelte, ohne hunger, ohne krieg …. aber mit ernten das ganze jahr ueber, mit bisonjagden & lagerleben ohne angst vor der amerikanischen armee.
das erste mal, als die attacke einsetzte, hattest du keine angst, sagst du. das will ich dir gerne glauben. aber wenn du nervoes bist, machst du fehler, & aus fehlern werden selbstvorwuerfe, & die peinigen & werden sich aufs gemuet auswirken, das hast du ja selber erlebt. aber du hast es ueberlebt. o, mama, wipe this blood off-a mah face! nicht mal ´ne schramme wird zurueckbleiben, du tapferer krieger! freue dich ueber deine alternden idole, freue dich, dass diese maenner meistenteils noch leben & arbeiten, &, vor allem, eifere ihnen nach, so gut du kannst. es ist maerz, noch frueh im jahr, & es waere ein guter tag zum sterben gewesen, hat aber noch nicht sollen sein, also, mach dir nix draus. leben kommt & geht von alleine, wirst schon sehen, alter macho. zieh jeden tag deine stiefel an, die aus dem braunen wildledermaterial, vergiss deine schmerzen, schreibe, was dir einfaellt & lass die anderen machen, was sie wollen. du bist auch ein teil der erde, sorge dich nicht, ob du ihr einmal das zurueckgeben kannst, was sie dir gegeben hat. lass ihre wunden bluten, die du ihr beigebracht hast, sie wird sich auch von dir erholen, ganz bestimmt.

wolltest du wirklich gestern ans himmelstor klopfen? ich kann´s einfach nicht glauben.

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