STADTFEST # 34 IM JAHRE 2011

Als philipp sutaio erstmals hier in blieskastel auf dem stadtfest war, sagte er zu mir: „gibt es hier irgendwo ´ne kneipe, wo man abhaengen kann, mister? ich habe den trubel hier satt, komme gerade aus london, weisst du, zuviele menschen ….“

damals gab es diese abhaengkneipen noch, das war 1982, sie hiess „Funz´l“ & war so etwas wie ´ne rock- & jugendkneipe – lange vorbei, leider. das mit der jugend klappt auch nicht mehr so richtig im jahr 2011. die ist auch schon lange perdu. das ist die kehrseite des abgeklaertseins: man kann sich nicht mehr so richtig freuen ueber jemanden, den man zufaellig trifft – damals waren die zufaelle noch willkommener anlass zu einer runde bier, spontanem knutschen auf offener strasse & freudengeschrei allerorten. 

aber philipp war schon 1982 abgeklaert, cool wuerde man heute sagen – er trug damals einen original irokesenschnitt, ging prompt als punkie durch in der weltstadt blieskastel, dabei war es wirklich ein echter oneida-schnitt des 18. jahrhunderts, der nur die hintere skalplocke stehen laesst – damals der letzte schrei unter den militanten jugendlichen auf den reservationen, sie nannten sich die neo-warriors, lakotas, cheyennnes, arikaras, crows & arapahoes. da mein halbindianischer freund ansonsten ein eher unauffaelliges europaeisches gesicht sein eigen nennt, nahm es ihm niemand ab, dass er ein echter indianer ist, die leute nervten ihn mit ihren abschaetzigen blicken, deshalb auch seine frage, er wollte nur allein sein & sich einen antuetern.

nun ja, letzteres ist ihm gelungen an jenem abend. 

es war das fuenfte altstadtfest in blieskastel.


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