BLIESKASTELER SOMMERAKADEMIE 2011 – Fortsetzung

freitag, 15. Juli 2011, abschlussveranstaltung/en in Blieskastel
fuer sich selber & die blieskasteler kulturhungrigen unterwegs:
wolfinthecity & ms. princess lupa.
schauplatz des events: bliesgaufesthalle, Von-der-Leyen-Straße

ploetzlich wirst du wieder jung, denke ich mir beim betreten der festhalle, da stehen sie, die geschminkte jugend, die personifizierte inspiration in gestalt zweier huebscher maedchenfrauen, die wollen die maenner abbuersten, keiner kommt davon, ich muss auf der fussmatte huepfen, damit die rillen sauber werden (die meiner schuhe!).
princess lupa braucht dies nicht ueber sich ergehen zu lassen, sie haelt sich abseits, halb amuesiert, halb misstrauisch, weil ihr verhinderter leitwolf sie mal wieder ausser acht laesst.
´liebe prinzessin, werd´ nicht traurig, es ist doch nur ein spiel mit diesen wunderbaren menschenkindern.´ denke ich schnell. & dann ist sie bereits in der halle verschwunden, kommt wieder zurueck, geht wieder mit mir in die halle, die ist natuerlich schon beinahe voll besetzt, wir bekommen nur noch einen einzelnen sitzplatz.
zu meiner ueberraschung haelt brigitte rinderle, die kulturbeauftragte der stadt blieskastel, so etwas wie eine kleine laudatio auf die initiatorin helge behr sowie auf das zwanzigjaehrige jubilaeum der sommerakademie. ich freue mich jedesmal, sie zu sehen, ist sie doch seit vielen jahren gut bekannt mit meiner lupaprinzessin.
es ist ein geliehener stolz, das weiss ich, aber ich kann ihn jederzeit zurueckgeben, denke ich. den auftakt macht die freie improvisations-theatergruppe, kunterbunt & unglaublich froehlich, die zwei huebschen vom halleneingang sind auch dabei. sie fallen mir immer wieder auf, sie legen eine spielfreude an den tag, den nur junge menschen haben koennen, wenn sie sich austoben duerfen – & die da auf der buehne sind wirklich am toben, es macht richtiggehend spass, ihnen zuzuschauen.

Die Schoenheit des Unbekannten

„lasst sie doch gewaehren, sie sind allesamt ausgeflippt“ haette ich vor vierzig jahren behauptet, aber heute abend finde ich sie auf der buehne ganz gut aufgehoben. sie sind theater, die maedels und jungs da oben, und sie sind es ueberaus lebendig und spassig. ich bin an die absurditaeten des alltags gewoehnt, sie treiben ihre dargestellten emotionen und empfindungen pantomimisch und akustisch (!) auf die spitze, skizzenhaft, schnell und eindringlich. zuhoeren und zusehen gehoert aber unabdingbar dazu, sonst wird´s nix mit dem persoenlichen erlebnis.
meine alte wolfsherde aus den siebziger jahren wuerde gewiss bei deren anblick vor entsetzen reissaus nehmen, aber mich halten diese bewegten klamotten, diese bleich geschminkten gesichter und die toene der schraegen begleitmusik am buehnenrand – und nirgendwo sonst. es tut nicht nur gut, schoene menschen sehen zu koennen, sondern auch fremde gesichter und gesten, ihre kleidung und ihr sprechen zu hoeren – an fremden gesichtern herrscht heute abend in der tat kein mangel, wie gewoehnlich sind blieskasteler besucher hier recht selten. schwamm drueber, denke ich, die werden schon noch kommen.
sie sind richtiggehend ansteckend mit ihrer guten laune, die sie im saal verbreiten. oder wollen sie nur eindruck schinden? wenn ja, dann ist es ihnen bei mir jedenfalls gelungen.

die theaterleute auf der buehne der bliesgaufesthalle

die tanzgruppe faengt spartanisch an, mein erster gedanke: was soll das? weicht dem tohuwabohu da oben auf der buehne, es sieht durchdacht aus und gleichzeitig spontan, vielleicht ist es von beidem etwas, aber das spontane scheint zu ueberwiegen. nach ein paar augenblicken wirds lebendiger als beim theater, die bewegung, alle sind sie in ihren ihnen eigenen bewegungsbildern vertieft, aendern abrupt die szenerie, es wird surreal – 

am schluss ist der choreograph abgehoben, mit hilfe seiner eleven

ich weiss nicht, wer Denise ist, vielleicht die muse der taenzerinnen oder ist es die produzentin oder eine hollywood-regisseurin, wir erfahren ihr taenzerisches geheimnis an diesem abend nicht.
dann ist die luft ploetzlich so schlecht im saal, dass selbst fuer einen zaehen stadtwolf wie mich nur die flucht nach draussen uebrigbleibt. und da sitzen und stehen sie dann, die jungs und maedels, die vor kurzem noch die buehne bevoelkerten, teils abgeschminkt, teils noch ihre kunterbunten fantasiekleider tragend, einschliesslich der weissen schminke. auch prinzessin lupa taucht wieder auf, sie hat sich redlich amuesiert und gefreut ueber das  ganze, nun ist sie auch an die vermeintlich frische luft gelaufen – wir tauschen unsere erfahrungen an diesem abend lediglich durch blicke aus, durch kurze gesten, wir verstehen gut damit umzugehen, das haben wir von den menschen gelernt. meine prinzessin ist erschoepft von den vielen eindruecken der letzten paar stunden, aber gluecklich. sie kann nie genug von der gesellschaft mit menschen bekommen, sie findet sie ueberaus interessant und anziehend. ja, ich muss ihr heute abend, wenn auch widerstrebend, beipflichten, das geschaute war es wohl wert. und ausserdem bin ich in woelfischer fotografierlaune, immer noch, ich knipse alles, was mir vor die linse geraet. aber nur, was mir im augenblick gefaellt.

die schoensten fotos dieses abends sind nicht gemacht worden, sondern mussten im gedaechtnis steckenbleiben …………. aber das ist ein anderes blieskasteler kapitel, vielleicht werde ich es an dieser stelle spaeter einmal aufgreifen.



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