BURGFRIEDEN IN DER HOELLE

Einen abzaehlreim koennte ich kreieren, wenn ich wollte:
Zehn arme teufel konnten sich an der hoelle freu´n/ Beelzebub schlug blindlings zu – da waren´s nur noch Neun.
Neun arme teufel, die haben viel gelacht/ den goettern tat´s in den ohren weh, da waren´s nur noch acht.
Acht arme teufel, die wollten musik ueben/ die oberhex war schneller am zug, es ueberlebten´s nur derer sieben.
Sieben arme teufel, die wollten taeglich sex/ einer hat zuviel von seiner lust verbraucht, da waren´s nur noch sechs.
Sechs arme teufel, die glaubten an ihre geheimen truempfe/ das falsche as kam zu spaet auf´n tisch, da waren´s nur noch derer fuenfe.
Fuenf arme teufel, die fuhren aufm aetna schier/ der berg war heiss, gab seine lava preis, da warens nur noch vier.
Vier arme teufel, die kochten sich ´nen brei/ einer hat sich daran verschluckt, da waren´s nur noch drei.
Drei arme teufel hassten das hoellische einerlei/ ihr aufstand wurde im keim erstickt & einer war leider wieder dabei.
Zwei arme teufel, die bestellten den sarg beim schreiner/ dieser nahm an einem zuviel mass, da war es nur noch einer.
Ein armer teufel, der wurde arbeitslos/ er trauerte um die anderen neun, da brach die hoelle los.

Dies ist der leicht komprimierte lagebericht der befindlichkeiten eines darbenden hungerleiders & vagabunden im bliestal des fruehen einundzwanzigsten jahrhunderts. Dabei ist leicht zu erkennen, dass es auch in der hoelle zuwiderhandlungen gibt, die nicht gut aufgefasst werden von einer obrigkeit, die keine sein will, es aber dennoch ist. Genau wie auf der erde. Doch was haben teufel auf der guten alten erde zu suchen?
Was haben wir sterbliche menschen in der hoelle zu suchen, frage ich zurueck. Alles, koennte die antwort lauten, denn die hoelle gibt es nicht, sowenig wie es den himmel gibt, oder besser noch: den himmel auf erden. Wie kann man nur nach allem suchen & suchen, wenn es nichts gibt? & dies noch in rauen mengen! Das koennen sich nur menschen ausdenken, denke ich.

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