VOM RANDE HER GESEHEN

Es grassieren einige krankheiten in unserer gegend – eine davon mag die krankheit an unserer zivilisation sein. Oder wie erklaere ich mir den geburtenrueckgang sonst? Oder nehmen wir nur den klimawandel, ist dieser nicht grund genug, krank zu werden? Wer schuetzt uns vor dem vielen regen & den duerremonaten im letzten fruehling? Wer hat die sonne dazu gebracht, verrueckt zu spielen mit ihren kindern? Weshalb gehen die eisbaeren nicht endlich auf die barrikaden? Ich will keine palmen auf groenland erleben, europa wird dann nur noch eine kleine inselwelt sein, fuerchte ich – & englaender wollte ich niemals sein & werden. & „waterworld“ wird dann eine altehrwuerdige klamotte sein, die sich allerdings bewahrheitet hat, in nicht allzu ferner zukunft. Schande ueber uns!
Wie soll man davon nicht krank werden!?

Was ist los mit unserer welt, sind wir denn alle verrueckt geworden, haben wir nicht schon genug angestellt? Anscheinend nicht, einen planeten haben wir bisher noch nicht zugrunde gerichtet, aber wir arbeiten dran. Die welt war nicht immer so. ein paradies gab´s allerdings nicht & wird´s nie geben, auch in ferner, heiler zukunft nicht. Wer behauptet denn, dass die zukunft schon begonnen hat?! Irgendwelche katapultkoepfe in den siebzigern. Die wollten ja das erleben, was sie sich in ihren koepfen zusammengetraeumt haben. & dann kam auf einmal die grosse enttaeuschung. Ausser herben enttaeuschungen nix gewesen.

Aber schimpfen hilft nichts. Wir sind alle daran beteiligt, alle schuldig an der entwicklung, niemand kommt davon. Aber zuallererst wollen wir mal krank werden, damit wir weiterhin lamentieren koennen. Hoert sich doch gut an, das gezeter, es befreit das schuldgeplagte herz & hirn, es loggt sich ein in das procedere des bevorstehenden untergangs, & dafuer braucht´s nicht mal ein passwort. Die erde ist endlich, sogar die sonne, aber bis zu deren ende werden menschen nicht mehr existieren, doch beim ende der erde habe ich so meine zweifel. Das huhn macht sein frischgelegtes ei kaputt, nicht umgekehrt. Es ist einfach absurd, ich kranke an meinem kranksein. Dabei will ich es nicht, krank sein – Die umgebung nimmt mich nicht wahr, ich persoenlich verliere den sinn fuer die realitaet, & fuer die ueberfluessigen hat das letzte stuendlein bald geschlagen. Pferden gibt man den gnadenschuss, nur wir menschen muessen aushalten, was wir uns eingebrockt haben, bis zum schluss.

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