EIN AUGUSTNACHMITTAG

meine akustische gitarre hat fieber, mein bass laeuft schon seit langem rot an, & meine 12saitige ist daemlich & wie immer verstimmt…… ganz so schlimm isses nich, wenngleich die skrupel mir wieder langsam das rueckgrat hinaufkriechen wie schlangen. aber ich kann es nicht laenger verheimlichen: ich freue mich auf den immer spannender werden zweiten anlauf als yggdrasil, als bandmitglied, von mir aus auch als bassist –  ich wuerde am liebsten lachen, ich wuerde am liebsten weinen, ich koennte tausend takte lang lieder singen, damit die zeit stillesteht, wie kurz sind nur die gluecksmomente, die man sich erhofft, wahrhaftig erhofft & herbei wuenscht.
an illusionen & enttaeuschungen bin ich nicht arm, aber ich habe ja einen kleinen trost in der hinterhand, meine solo-sachen – glaube niemand, das waere einfacher, seine eigenen sachen zu praesentieren, das desinteresse ist riesig & nicht so einfach zu knacken. darin bin ich augenscheinlich noch frustierter & desillusionierter.
ist die luft auch wirklich nicht raus bei mir & den anderen? siehe den vorigen bericht vom 2. juli, der hat es in sich. da kracht das eis auf den fluessen & reibt sich.
morgen werde ich jedenfalls ein paar stuecke aufnehmen, auch wenn sie nicht perfekt klingen sollten. ich werde sie, wenn sie nicht allzu gruselig geraten, hier veroeffentlichen, versprochen – dann koennte es ja mal moeglich sein, dass es ein paar hoerer gibt, die mir ihre meinung kundtun wollen ueber den sound & die faehigkeiten unserer mittelalten maennerband, called NEW YGGDRASIL, vielleicht auch einfach nur Yggdrasil.
eine erste songlist steht seit anfang juli, es sind ein paar jazzstandards darunter, ein paar klassische rock´n´roll-stuecke, & natuerlich die beatlessongs, mit denen wir damals, 1970-1972, leider nicht oeffentlich auftraten, die uns aber immer im proberaum beschaeftigten. lang lang ists her, ja, aber nichts ist vergebens, nichts vergessen. ein bisschen sentimentalitaet steckt natuerlich auch noch in unseren koepfen, versteht sich von selbst, aber die realitaet wird sie schon kleinkriegen, da bin ich mir sehr sicher.

Nun isses doch passiert
, ich habe meinen alten groll (beinahe) endlich begraben & mache nun wieder musik mit meinem alten kumpel L –
& H ist auch wieder dabei, eigentlich eine kleine sensation, nach knapp vierzig jahren musizieren wir wieder miteinander. Trotzdem, ich muss aufpassen, dass ich nicht wieder in die alte rolle des fünften rads am wagen verfalle, dabei sind wir derzeit nur zu dritt …….
wir sind reifer geworden, was wunder, wir sind alle um die siebenundfuenfzig jahre alt in diesem jahr, da kommt schon ein bisschen was zusammen an musikalischer & sonstiger erfahrung. Was angenehm auffaellt ist: der hang zur lautstaerke ist abhanden gekommen, ob dies mit der wachsenden sensibilitaet von uns erwachsenen zusammenhaengt? Meinem angeknacksten gehoer tut es jedenfalls sehr gut, wenn leise & nur auf akustischen instrumenten gespielt wird. Hans´ Bandoneon ist das lauteste instrument in der runde – & die vorbeifahrenden autos & die saege, die ihren elektrischen teil dazu beitraegt (ich meine nicht die nachbarin). Natuerlich nehme ich jeden ton an diesem nachmittag auf mit meinem ´zoom´-geraetchen, made in china, auch die langen gespraeche zwischen den einzelnen liedern, interessant sind sie nicht, zwar bin ichs zufrieden, aber der geist der alten zeiten blitzt manches mal durch, & ich moechte diese erinnerungen nicht wieder aufleben lassen, koste es, was es wolle. Den drummer charlie haben wir ein zweites mal zuhause gelassen, aber er wird wieder mehrmals erwaehnt, von mir mit meinen schlimmen erinnerungen, & von L, der ein guter freund von charlie ist & ihn gerne wieder in der band haette.

Hans ist & bleibt ein phaenomen. Er hat womoeglich am meisten von uns dreien in den letzten jahren dazugelernt, nahm akkordeon-unterricht & uebt nebenbei noch klarinette, lernte eine handvoll echter jazzsongs von einem berufsmusiker, & das praegte ihn womoeglich am meisten. Darunter sind SUMMERTIME, AUTUMN LEAVES & SUNNY – endlich, endlich kann ich meine beiden notensammlungen von klassischen jazzsongs auspacken & hier & da verwenden. Endlich werde ich SUMMERTIME ausgiebig spielen koennen! Die arrangements sind schwierig, wir haben allesamt verschiedene versionen oder vorstellungen von einem dieser stuecke im kopf, anfangs  klingt´s chaotisch & verzwirbelt, doch es legt sich mit der zeit. & was nicht klappt & noch nicht zusammen kommt, das wird es bestimmt beim naechsten mal, da bin ich mir sicher.
die zeit ist nicht stehen geblieben – in diesem fall ist es ein gluecksfall geworden, doch wie lange er bestehen bleibt, ist voellig offen. wenn ich an meine musikalischen vorlieben denke, bob dylan, the band, the band, bob dylan, dann wird mir ganz wehmuetig ums herz – oder die wundervollen alten rock´n´roll-sachen von elvis presley, die er 1954 sang, Blue moon (eine schnulze), Mystery Train, That´s Alright Mama usw. – mein herz schlaegt fuer diese songs, sie sind einfach unschlagbar, nicht, weil sie so alt sind, die jazzsongs sind noch viel aelter, nein, sie sind in sich perfekt & funktionieren immer noch. klassiker eben. & es geht ab wie in einer jagenden wolfsherde, kann ich nur sagen.
bob dylans musik ist & bleibt mein hauptmusikalisches thema. Von keinem meiner alten freunde, aus der band oder sonstwoher, mag ihn leiden, seine stimme stoert sie am meisten. Nun, meine stimme aehnelt der bob dylans ein wenig, also wollte ich ihn auch singen, weil sein stil gut zu meinem passt. Vielleicht habe ich ihn auch nur verinnerlicht. Mit den meisten anderen songs, die wir frueher drauf hatten, konnte ich gesanglich nicht viel anfangen, aber Hans konnte sie alle singen. & wie!
okay, die aufnahmen waren meistenteils brauchbar, ich musste nur wenig reparieren, ich habe sie bis jetzt zweimal auf CD gebrannt, eine davon schenkte ich L, der sich richtig drueber freute. Fuer Hans werde ich sie auch noch aufnehmen, es sollen bloss erinnerungen sein an unser wiederfinden in den spaeten jahren…….
genug sentimentalisiert! Die naechste probe steht ins haus, mehr wird nicht verraten.

ich habe, das gebe ich gerne zu, einen bob dylan-fimmel & neuerdings erwaerme ich mich sehr fuer die alten the band-songs, vor allem die, die von rick danko stammen & selbstredend auch selber von ihm gesungen werden. seine spaetere solokarriere spielt dabei natuerlich auch eine nicht geringe rolle – er klingt alleine auf der buehne genauso wundervoll wie mit der gesamten band-bande. schaut euch um auf der website der band: http://www.theband.hiof.no, dann versteht ihr, was ich meine.
was haben die beiden anderen fuer fimmel? nun ja, hans steht auf gute melodien & sounds, er ist wahrscheinlich nicht fixiert auf eine bestimmte gruppe oder person, ausser vielleicht bei eric clapton, genauso louie, der seit den alten yggdrasiltagen clapton verehrt & ihn zu imitieren versucht. nun ja, wir spielen eben noch manchmal gerne im sandkasten, auch ich versuchte frueher ganz immens, den dylan in mir herauszukehren, aber bei unserer bigotten dorfjugendgesellschaft kam ich nicht gut an (siehe das vorurteil: dylan kann nicht singen!). bob dylan kann sehr wohl singen, das hat er immer bewiesen, neuerdings ist seine stimme aber leider beschaedigt, sie ist wohl am ehesten gealtert. ich bin ein fan von ihm, das macht mir wenig aus, wenn er weiterhin so gute platten veroeffentlicht wie die letzten von 1997 bis heute. & die qualitaet seiner songs spricht eine verdammt gute sprache, finde ich. wir werden etliche songs von ihm bringen, dafuer werde ich schon sorgen.

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Ein Kommentar zu „EIN AUGUSTNACHMITTAG

  1. Der silberzüngige Teufel? Ich leg ihn selten auf, aber nicht, weil ich ihn nur an Hitzetagen hören wollte, sondern: mit dem Besten geht man sparsam um. Ich hab auch nur das Doppelalbum vom letzten Walzer…
    Auf das Angekündigte bin ich gespannt!!

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