BLIESKASTELS SATTE KULTURSZENE oder: Was von der Saison 2011/2012 kulturell alles erwartet wird

Kurz davor, ein verkrueppelter dorftrottel zu werden, der sich in sachen kulturbanause profilieren will, freut es mich dennoch, das frisch gedruckte kulturprogrammheft der stadt blieskastel in meinen haenden zu halten. Nur schade, dass die richtigen leutchen, auf die ich es eigentlich abgesehen habe, dies nicht lesen – aber was nicht ist, kann ja noch werden. Alle uebrigen leser bitte ich meine verbalen, zerebralen & antiliberalen ausbrueche zu entschuldigen. sie wollen halt jedem was bieten in der blieskasteler kulturszene, die guten leutchen der verantwortungsvollen bliesgaustadt, es ist ihnen auch gelungen, das kann ich felsenfest behaupten. Nur werden sie wieder sehr wenige mit ihrem programm hinterm ofen hervorlocken, gelinde ausgedrueckt, boese zungen koennen ruhigen gewissens behaupten, dass ich mir persoenlich immer nur das wuensche, was nicht im programm steht – kann sein, dass sie recht haben, die guten. Beschraenke ich mich deshalb auf das, was angeboten wird.

Ich werde mich an dieser stelle, verstaendliche gruende vorausgesetzt, nur an das halten, was interessant fuer meine person ist, & das ist sehr wenig in dieser saison. Ich fange gleich mittendrin an (bildlich gesprochen, siehe programmheft seite 18!). Im oktober 2011 startet das „CAVEAU CHANSON“ in die zweite runde, wie es so schoen heisst. Die bistro-atmosphaere bleibt den gaesten auch in diesem jahr erhalten, ´ne sinnige idee, finde ich, mein flute, meinen ziegenkaese & meine baskenmuetze werde ich selbstverstaendlich wieder mitbringen. Ach ja, nebenbei gibt es auch noch Livemusik, am Donnerstag, 27. Oktober, 20 Uhr, das Duo Jean-Claude Seferian & Christiane Rieger-Seferian mit ihrem Programm „Creme de la creme“, Eintrittspreis 11,00 EURO – was fuer mich interessant sein wird, sind die stuecke von Brel, der Piaf, von Boris Vian & George Brassens. Leute, ich muesste dafuer besser franzoesisch verstehen, aber ich kenne viele sachen dieser kuenstler, vor allem von Boris Vian, dessen unverbesserlicher fan ich heute noch bin. Bin mal gespannt, ob sie die gewagteren stuecke von ihm vortragen werden. Verstehen eh´ nur die wenigsten, mich eingeschlossen. Macht aber nix, Vian ist/war ein echter gigant!

Danach ist schon Januar 2012 im Caveau chanson des schloesschenkellers. Am Donnerstag, 26. Januar, 20 Uhr, gastiert Jeanette Curta, mit selbstgeschriebenen liedern. Was mir eigentlich viel lieber ist, als wenn einer nur beruehmte songs interpretiert. Das heisst, es verspricht neu zu werden, neu zu klingen & wahrscheinlich auch lockerer daher zu kommen. Ich kann mich auch irren. Urteilt selbst, ich bin ein gehorsamer zuhoerer.

So werden in den darauffolgenden monaten februar bis april 2012 ebenfalls auftreten:

  • Donnerstag, 23. Februar, 20 Uhr
    Lisa Helfer – Cafe de Paris –
  • Donnerstag, 29. Maerz, 20 Uhr
    Noemi Schroeder mit Roman Lemberg – Petit Sourire
  • Donnerstag, 26. April 2011, 20 Uhr
    Gerd Heger und Guido Allgeier – ein Gainsbourg-Abend –

Nachtraeglich erwaehnen moechte ich noch das Burdette Becks-Quartett, das in der Reihe Jazz, Rock & Kleinkunst seinen auftritt haben wird, in allernaechster zukunft schon, am 8. September 2011, im schloesschenkeller, 20 uhr – Burdette Becks ist mir bekannt von einem konzert in der orangerie, zusammen mit ro gebhardt – damals stahl er dem sympathischen & hochinteressanten jazzgitarristzen gebhardt beinahe die show. Auf diesen abend darf man nicht nur als jazzliebhaber gespannt sein.

Am 12. Januar 2012 dann mein persoenlich, allerhoechstderoselbst wichtixtes, highlight im schloesschenkeller: Es gastiert Michael Marx solo, er stellt sein erstes eigenes album „Saitenwende“ vor. MM´ Musik & Virtuositaet kenne ich mittlerweile schon seit dreissig jahren, unvergesslich sind die auftritte von marx, rootschild, tillermann (damals noch ohne ambi) im bahnhof niederwuerzbach – ich haette aber nie gedacht, dass er mal ein soloalbum herausbringt. Ich habe ihn in vielen situationen erlebt, in vielerlei kombinationen mit anderen saarlaendischen musikern, seine praesenz auf der buehne hatte fuer mich immer hand & fuss. Das finde ich ganz besonders erfreulich, da es hoffentlich seine ureigene musikalische seite zeigt. Aber das ist nur spekulation von mir. Ich lasse mich so oder so gerne ueberraschen.

Noch viele andere interessante Interpreten, Gruppen & Solisten werden bis naechstes jahr auftreten in blieskastel, ich moechte mich nicht weiter darueber auslassen, da sie mich weniger interessieren, man sehe mir meine ansprueche uneigennuetzig nach, wenn´s beliebt.

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4 Kommentare zu „BLIESKASTELS SATTE KULTURSZENE oder: Was von der Saison 2011/2012 kulturell alles erwartet wird

  1. Ahhhh! Nö, so rabenschwarz ist dieser Text ja nicht, wie es übrigens frühere Texte durchaus schon waren, Dir aber mit solcher Bewertung vielleicht nicht geschmeichelt werden konnte. Es wurde mit dem Hintergrundweiß ein bisschen lichter, oder vielleicht mit dem Zusammenfinden der alten Truppe? Ich hab letztens mal wieder Rory Gallagher gehört und fand, er ist ein Virtuose gewesen. Bin ganz und gar weggerissen gewesen. Magst Du den auch?

    1. Rory sah & hoerte ich 1973 & 1974 live in Saarbruecken – gigantisch! aber seine platten haben mich nie ueberzeugt, nur ein paar teile davon. trotzdem: ein echter, guter gitarrist, der damals schon einen teil seines konzetes auf der akustischen gitarre oder auf der mandoline bestritt, immer hart am leadbelly-sound, von dem er ein fan war.

      zu meinen hintergrundfarben waere noch zu sagen: ich liebe schwarz, denn es passt zu allem, habe aber laengst selber gemerkt, dass das weiss als hintergrund viel besser wirkt. erschwerend kommt hinzu, dass ich ja aeusserst selten meine eigene site anschaue, da vergesse ich schon mal darueber die „schwarze“ wirkung auf meine texte. & der artikel war ganz & gar nicht auf rabenschwarz gemuenzt, da mein vorjaehriger so locker-flockig mir aus der feder geflossen ist. & ausserdem: ich traue mich ganz einfach nicht, ueber das kulturprogramm blieskastels vernichtend herzuziehen – ich kenne alle die leute, die dafuer verantwortlich sind & mag sie auch. deshalb hat dieser artikel vielleicht einen etwas vorsichtigen, allgemein gehaltenen tenor – der stadtwolf hat momentan sendepause, weiss auch nicht, warum.
      nichtsdestotrotz, nochmals danke fuer die anteilnahme an meinen texten. es freut mich jedesmal, in der email-box eine neue nachricht/neuen kommentar aufzufinden. du hast mir bis heute als einziger die treue gehalten. ich habe aber noch ein paar abonennten, die mir aber keine kommentare schicken, was ich sehr traurig finde – ich schreibe auch, um response zu bekommen, jedweder art.
      deine artikel & aphorismen interessieren mich brennend, versuche auch jedesmal, einen kommentar abzugeben, manchmal gelingt es mir, denn die texte sind reichlich kompliziert & manchmal nicht einfach zu verstehen. mach aber weiter so.
      gruss sutaio

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