ESSAY ZU EINEM FLUECHTIGEN THEMA

Eitel isses doch, wenn man beachtung sucht & keine bekommt. Oder etwa nicht? Dann bin ich gerne eitel, um es mal so rum auszudruecken. Doch wie ist es mit ihr weiterhin bestellt? Alle eitelkeiten gehen vorueber, ob man das nun will oder nicht. Es kratzt mich fuerchterlich in letzter zeit, wenn ich bei vielen gelegenheiten den so genannten hartz4-ausweis – sprich: das von der arge an mich gerichtete bewilligungsschreiben – vorzeigen soll. Es steigt dann eine unbeschreibbare wut in mir auf, so, als waere ich ein aussaetziger, der freien zutritt in die stadt haben will. Der zweck der ganzen aktion mag gutgemeint & gutgewollt sein, aber es trifft mich jedesmal ein faustschlag mitten ins gesicht. Ich schwoere mir hinterher jedes mal, lieber auf der strasse zu verhungern als diese demuetigungen noch laenger mitzumachen.

Wie waere es denn, als erster verhungerter im saarland in die schlagzeilen zu gelangen? Waere es ueberhaupt den medien eine schlagzeile wert? Drogentote sind allemal interessanter, denn drogen nimmt ein braver buerger nun mal nicht, ausser bier & zigaretten, & verhungern, das tut in deutschland doch niemand! Der staat sorgt doch fuer seine notleidenden buerger.

Ich danke recht schoen. Die tafel wird meine rettung sein. Stolz kann man bekanntlich nicht essen. Gewoehn dich daran, zum gesocks zu gehoeren, zu den „pootcher“, wie es im saarbruecker raum so treffend nichtssagend umschrieben wird. Je nichtssagender ein begriff, desto unbedeutender die personen oder die sachen, die dahinter stecken. Oder sollte ich unrecht haben!?

Mitleidig wird man angeguckt, man zeigt eine gewisse betroffenheit dem betroffenen hartzer gegenueber, ist es nun nur vorgeschoben oder echt, das wird niemand je erfahren, der in dieser situation gelandet ist. Eigentlich muesste es bruchlandung heissen. Gebrochen soll ich sein, den kopf demutsvoll senken, schlurfend & zittrig einher gehen mit ein paar cents in der tasche. Eine wunderbare welt.

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