WOLF IN THE CITY # 20: WILLKOMMEN IN DER STADT DER SCHWITZENDEN LAKAIEN

gestern morgen hab ich sie gesehen, die graufuechse der blieskasteler graefin, sie trotteten gemaechlich durch die poststrasse, direkt auf mich zu – einer laechelte mich gar an, obwohl ich kein wolfsfell am leib trug.
wie konnte er mich nur erkennen!? nichtsdestotrotz, ich habe ja auch ihn erkannt, obwohl sein graufuchsfell jeden tag anders ausschaut. weil er naemlich schwitzte wie ein brunnengraeber unter seiner verkleidung. der andere sah cooler drein, er erkannte mich auch nicht, oder kannte meine figur in diesem spiel nicht, & sein morgengruss galt jemand anderem. hier in der innenstadt kennt jeder jeden, & ein freundlicher warmer septembermorgen tut sein uebriges, dem staedtischen idyll die krone aufzusetzen.
vielleicht haette ich einen gut eingeuebten hofknicks aus dem 18. jahrhundert machen sollen, oder ich haette ihm mein raubtiergebiss gezeigt, dann waere bestimmt alles anders gekommen – vor 28 monaten!
haette die graefin eine hundestaffel in ihrem schloss gehabt, ich waere sicher aufgefallen mit meinem aussehen, die hunde haetten naemlich keine reisszaehne. & die graufuechse ihrer majestaet bissen ihnen jeden morgen in den schwanz, & zwar heftigst………..
dieser graufuchs, den ich meine, aber taete es nicht. dazu ist er zu schlau & zu gerissen. der gute hausfuchs laesst beissen, er nimmt andere fuechse dafuer, oder die sich dafuer halten. wenn einer von ihnen a sagt, rennt er sogleich zur graeflichen kemenate & erzaehlt ihr von dem b, den der fuchs xxx verlauten liess.
schlau muss man sein, wenn einem die woelfe nicht fressen sollen.
nun ja, mein hunger auf fuechse ist nicht allzu gross, mein fleischbedarf fuer diesen monat ist soweit gedeckt, die leute haben glueck, sie kommen noch einmal davon vor mir.

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