EUER SCHWEIGEN VERRAET EUCH

Es gibt nichts, worueber ich diskutieren koennte mit meinen freunden – denn ich habe keine mehr. Das ist schon seit einiger zeit von mir bemerkt worden. Also, was bleibt zu tun? Reflektieren darueber, wie es soweit kommen konnte? Ich hatte nur wenige, die ich freund nennen konnte, seit der fruehesten jugend. Die zaehlt nicht weiter, weil sie eben nur ein erster abschnitt im leben ist. Jugend vergeht & damit auch die vorstellungen & wuensche & interessen, die man in dieser zeit hat. Als mittelalter mann hat man nicht viel zu verlieren, nur zu gewinnen, da ist es meistens, wie in meinem fall, zu spaet. Es gab mal eine zeit, da klammerte ich mich regelrecht an meine erinnerungen, sie waren, wie ich zu sagen pflegte, nicht vergangen, nur, weil sie immer noch in meinem kopf so stark praesent waren. Dabei war ich von mir unbemerkt heillos ins hintertreffen geraten. Manche wuerden sagen, dieser rs/ps (ps ist mein pseudonym philipp sutaio) hat sie nicht mehr alle, er war schon immer ´ne wanderratte, die die pest ins dorf gebracht hat.
heute laechle ich darueber, damals haette ich wochenlang darueber nachgedacht, bis mir der kopf gequalmt haette. Es ist leicht, unbeliebt zu sein. & ich habe es mir wahrlich leicht gemacht, mir feinde zu suchen & sie auch noch zu finden. Freunde wandelten sich in feinde, die mir schlechtes wollten, bis zum heutigen tag. Es ist nur so, dass ich dieses denken geradezu abgestossen habe, es beruehrt mich nicht weiter, dieser platz war einmal ausgefuellt in meinem kopf – aber nun ist er leer. Wie konnte das passieren?!
Ich habe aufgehoert, nach antworten zu suchen, basta. Geht mir dadurch besser, kaum zu glauben, aber wahr. Meine ehemaligen freunde & kumpane schweigen, sie halten hinterm berg, sie behandeln meine wenigen worte, die ich an sie richte, als waeren sie luft. Sie ignorieren das, was ich sage oder tue.

Nun gut. Sollen sie es tun. Ich werde niemanden daran hindern. Die schmerzen, die ich dabei empfinde, sie gehoeren alleine mir. Ich bin niemandem gram deswegen, meine beste zeit ist vorueber. Den spass habe ich manchmal als solchen auch empfunden, & es war stets ein geschenk fuer mich. & mit der gleichen post bekam ich auch noch den unausweichlichen daempfer fuer meine freude oder schadenfreude geliefert. Wenn es kein verstehen gibt, gibt es auch keine missverstaendnisse. Es lebe das vorurteil. Damit ist leichter zu leben oder sogar zu ueber-leben.

Immer weniger empfinde ich hass oder abneigung, eine grosse abgeklaerte gleichgueltigkeit meiner doerflichen zeitgenossen gegenueber bemaechtigt sich meiner, ich wehre mich nicht dagegen. Dass soll nicht heissen, dass mir leute egal sind, sie sind es keineswegs – nur die gedanken an sie schalte ich weitgehend aus. Sie werden es mir danken, denn es sind auch schlechte gedanken darunter, & zwar reichlich.
Die waagschale hat sich eben nur zu meinen ungunsten verschoben, & ich muss zusehen, wie ich da wieder herauskomme. Hat sie sich nicht schon immer zu meinen ungunsten verschoben!? Seit meinem sechzehnten lebensjahr geht es kontinuierlich abwaerts mit mir. Ist das nicht zum totlachen?
Wenn man, so wie ich, sein eigenes leben derart reduziert, kann einem nicht mehr viel zustossen. Selbst taeglich empfangene erniedrigungen koennen einem dann nicht mehr viel anhaben. Sie sind nur noch unbedeutende fussnoten im buch meines daseins. & mit Charles Darwin hat das beileibe nichts zu tun.

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Ein Kommentar zu „EUER SCHWEIGEN VERRAET EUCH

  1. Einer, der sich ins Puzzle legt. Selten, dass er so anschaulich beschreibt, wie er sich selber zurechtgeschnitten und -gefeilt hat, bis er passt. Man könnte sagen: Willkommen in der Gemeinschaft!

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