Elogen – & zu leicht befunden

Was haben die frauen fuer mich alles bedeutet? Sollte ich nicht besser fragen, was sie mir heute noch bedeuten?! NEIN, sollte ich nicht. In der vergangenheit liegen meine wurzeln oder, wenn man so will, meine suenden, die ich an ihnen beging. Damals, 1970 oder noch frueher, glaubte ich, sie seien die wahren goettinnen, die es zu verehren galt, sie waren ein grosser teil meines denkvermoegens, leider wurde ich mit der zeit in dieser beziehung immer aermer…..
aber: ist sysyphus nicht auch ein gluecklicher mensch, wenn er zum hunderttausendsten mal den stein den huegel hinanrollt, ohne gross zu ueberlegen, dass er oben am gipfel wieder & immer wieder zurueckrollt? Meine sysyphusarbeit in sachen frauen waere damit eigentlich geklaert & erklaert.
aber es ist dennoch komplizierter.
…. Wenn man sich schnell verliebt, dann wird es noch komplizierter – die einseitige liebe, die unerwiderte, ist die schlimmste von allen. Sie frisst einen von innen auf, sie vergeblicht sich selber, hat aber keinerlei spass dabei. & der spott & die schadenfreude ist einem gewiss, freunde sind darin gnadenlos, denn es sind allesamt neidhammelige maenner & grosse konkurrenten in sachen liebe & sex. & als trottel ist man schnell blossgestellt.
kurz & gut, mit der zeit ging der lack bei den frauen ganz gehoerig ab fuer mich. Ihr glanz verblasste, ihr goettinnensockel broeckelte, & ein paar erdbeben machten meinen naiven vorstellungen den garaus.
ich musste 32 jahre alt werden, bis ich dies begriffen hatte, & als es in meinem schaedel angekommen war, lernte ich die frau meines lebens kennen …..
als ich endlich den mut gefunden hatte, eine lobrede auf diese traum-frau zu halten, hielt sie mich bereits mehrere male zum narren. & ich bemerkte es nicht einmal.
nun ist der schnee gefallen & wieder geschmolzen, die sommernaechte kommen & gehen dahin, die romantik folgte ihnen auf dem fuss, ich frage mich wieder: was habe ich dazugelernt in sachen frauen? Beachten sie mich ueberhaupt noch? werde ich noch wahrgenommen von einer weiblichkeit, die ich einst verehrte bis zur selbstaufgabe? Das wort „trottel“ scheint mir im gesicht zu stehen, es koennte auch genauso gut „aussaetzig“ heissen – & das ist nicht nur in liebesdingen so, ich merke es ueberall, wo ich gehe & stehe, dass ich der umwelt keinen gefallen mit meiner anwesenheit tue.
aber meine naiven vorstellungen von frauen sind weitgehend verschwunden. Sie sind mir aus der hosentasche gefallen, sozusagen, mit allen hoffnungen, die sich doch als falsch erwiesen haben, wenn ich mal wieder fuer eine frauengestalt geschwaermt habe, ja, das geschieht sogar heutzutags noch, hier & da eine 5-sekunden-verliebtheit oder etwas aehnliches, ich kann´s noch immer nicht richtig definieren. Fuer die liebe ist es nie zu spaet, sagte man mir mancherorts, aber ich komme dennoch immer zu spaet fuer die liebe. Sei´s drum, es waren manchmal glueckliche zeiten, manche jahr durchmischt mit horror & truebsal, es ist ueberlebt worden – nur frage ich mich am ende, wer hat denn nun recht in sachen liebesdingen & frauen, der macho oder das weichei? Frueher hiess das mal softie, wie oft habe ich das wort als student aus den muendern von weiblichen kommilitoninnen gehoert!
macho will ich nicht sein, ein weichei ebenfalls nicht – aber, was dann? Zu einem familienvater tauge ich nicht mehr, & als Galan durchzugehen, dazu fehlt mir die passende kleidung.

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