WOLF IN THE CITY # 26: WIEDER EINMAL DANEBEN GEGRIFFEN

auf & ab traben durch den imaginaeren schneematsch, der die strassen verstopft wie watte in einer klospuelung, mein magen ist voll von diesem matsch, ebenso mein kopf & mein herz, ich kann nix dagegen machen, der hunger nach weihnachten hat mich gepackt. & die geliebte herzensdame ist weit weg, in einem schmollwinkel, den ich nicht zu erreichen wage. verfl ….. wolfs-weiber, wer hat sie nur geschaffen, die biester, kein wunder, dass wir in deutschland voellig ausgerotten wurden. & im altaigebirge ist es nicht viel anders mit den weibern,  da wird noch einiges auf mich zu kommen. verstehe einer die frauen – komme ich mit beute heim, werde ich gefragt: wo kommst du denn so spaet noch her? komme ich mit leerem maul heim, ist sie erst recht am fluchen, weil wir nun hungrig zu bett gehen muessen. habe ich einen hasen erwischt, ist es ihr zu wenig, habe ich an einem hirschkadaver einige stuecke weggerissen, fragt sie: wer soll das denn alles fressen?!
& dass ich ein grauer wolf bin, nicht nur an jahren & enttaeuschungen grau, sondern auch im aeusseren, wirft sie mir an jedem tag unseres zusammenseins vor. ich koennte sie dann stante pede (oder sollte es heissen: stante pfote?) verlassen, die gute, tue es aber nicht. meine gruende behalte ich aber fuer mich, schliesslich bin ich gentleman genug, das zu tun. vielleicht wandere ich nach schottland aus, da soll es noch liebe woelfinnen geben, die sich eigentlich nur erholen wollen mit ihren lebenspartnern. ich koennte eine laengere erholungszeit gut gebrauchen.
weihnachten ist nun mal eine aufregende zeit, auch fuer uns stadtwoelfe – wir werden wie streunende hunde fortgejagt & sollen erst im neuen jahr wieder auftauchen, ginge es nach den menschen, die uns als stadtungeziefer ansehen. dabei sind wir lediglich asylanten, die sich hierher verirrt haben, komme, was da wolle – & asylanten werden doch wohl irgendwann in die gemeinschaft aufgenommen, oder nicht?! gerade an weihnachten sollte man sie doch liebevoll aufnehmen & durchfuettern, ihnen das raeudige fell kaemmen & ihnen das schneewasser daraus herausschuetteln.

 

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