LAUTGEDACHTES UEBER EINE (LEISE) BAND

***** interview mit charlie g., ehemals drummer der band „yggdrasil“ *****

Frage: herr g, sie sassen bei den yggdrasil in den siebziger jahren, insgesamt ueber acht jahre, am schlagzeug – warum haben sie damals die band verlassen?

Charlie g.: musikalische differenzen, sagte man mir damals. Immer nur musikalische insuffizienzen, nichts als rustikalische influenzen, mein gott – was weiss ich, die wollten mich nicht mehr weiter beschaeftigen.

Frage: wurden sie etwa rausgeschmissen?

Charlie g.: ja ….

Frage: Das klingt ja sehr verbittert – was haben sie danach unternommen, haben sie sich aus dem musikgeschaeft zurueckgezogen?

Charlie g.: ja & nein – etwa 3 jahre spaeter brauchten sie mich wieder, ich habe nicht gezoegert, wieder zu ihnen zu stossen – nur hatten sie inzwischen einen weiteren schlagzeuger verpflichtet. Da waren´s ploetzlich zwei drummer bei den yggdrasil, ha ha.

Frage: hat es ihnen geschadet?

Charlie g.: nicht so sehr wie der rausschmiss. Das war bitter, schliesslich habe ich die band gegruendet, habe den proberaum jahrelang zur verfuegung gestellt, habe mich engagiert, auftritte an land zu ziehen, was nicht immer einfach war, mit solchen chaoten. Habe dafuer gesorgt, dass wir in einem film auftreten konnten, wo wir auf der buehne aufgenommen wurden, all dieses zeug. & dann das! Hat ganz schoen weh getan, damals.

Frage: wie lange waren sie danach noch in der band?

Charlie g.: da muss ich ueberlegen – bis zum schluss, denke ich, so 1981/82, dann brachen wir endgueltig auseinander. Diesmal waren´s aber tatsaechlich musikalische differenzen, ganz sicher. Wir konnten uns einfach nicht mehr auf eine musikalische richtung einigen. Vor allem dem bassisten gefiel unser repertoire nicht mehr, er wollte nur eigenkompositionen als repertoire. Dabei kann er gar nicht spielen.

Frage: Na na, seien sie da mal nicht so voreilig, die leute haben sich ja weiter entwickelt, das macht jede band frueher oder spaeter durch, dass sie zu eigenkompositionen uebergeht.

Charlie g.: wir waren eine sehr gute Rolling Stones-cover-band, da braucht man doch keine eigenen sachen zu spielen, ist doch langweilig. Vor allem, wenn nur scheisse dabei rauskommt. Jedenfalls, wir hatten genug von ihm & loesten uns auf. Wir waren am schluss drei gitarristen in der band, die wollten auch nur den harten rock der stones klopfen – ist uns ja auch gelungen, ein mal, auf dem stadtfest in blieskastel, 1980 oder ´81 war das.

Frage: Was haben sie danach getan, musikalisch, meine ich.

Charlie g.: o, nicht viel. Habe erstmal mein studium erfolgreich beendet, danach kam nix musikalisches mehr. Halt! Doch, in den neunzigern, genauer 1992, spielten einer der gitarristen, der bassist & ich auf meiner hochzeit – war´n voller erfolg. Wir spielten reinen blues, damals.

Frage: wie lange hielt diese band? Waren es wieder die yggdrasil?

Charlie g.: nein, wir hatten keinen namen, wir blieben etwa ein jahr zusammen, dann schlief es wieder ein. Hat recht vielversprechend angefangen, damals. Der knallkopp von bassist hat dann, glaub ich, nur noch eigene sachen eingespielt, ob er damit erfolg hatte, weiss ich nicht, hat mich nie interessiert. & louie, der uebriggebliebene gitarrist hat auch nur noch sporadisch musiziert.

Frage: haben sie´s bereut, der rockmusik den ruecken gekehrt zu haben?

Charlie g.: Eigentlich ja.

Frage: Ihre Band gibt es jetzt bereits seit dem letzen sommer wieder, vorgespraeche gab´s schon anderthalb jahre zuvor – hat man sie auch gefragt, der neuen band wieder beizutreten?

Charlie g.: Aber klar doch, mehrmals. Allen voran der bloedmann von bassist. Er hat gleich wieder bedingungen an uns gestellt, von wegen eigene kompositionen einbringen, jeder sollte innerhalb von zwei monaten zwei songs komponiert haben, aber das haben wir gleich abgeblockt. Davon wollte keiner was wissen.

Frage: Waere es nicht interessant, wenn die bandmitglieder ihre eigenen songs schrieben? Warum wehren sie sich so dagegen? Talentfrei seid ihr doch alle nicht….

Charlie g.: Darauf antworte ich nicht.

Frage: Gut. Ich danke ihnen fuer dieses gespraech.

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