ES VERMISST UNS JEMAND

ES SIND DIE alleingelassenen, die niemand vermisst, weil niemand sie braucht. Nicht die einsamen, denn einsamkeiten koennen wir allesamt gebrauchen, wenn uns der tag zu bunt oder zu voll wird. Aber die verlassenen, denen schulden wir nichts, kein geldstueck, keinen bissen, keinen einzigen satz. Sie sind verdammt, sie sind die schuldigen, die schurken, die suendenboecke.
& doch vermisst uns jemand, es ist nur eine einzelne person, die das tut, sie hat keinen namen, keinen ort, keine heimat, sie kann nicht sprechen, nicht hoeren, nicht sehen, sie weiss dennoch ueber alles leid von uns bescheid.

Sie ist das gewissen.

Hier in diesem artikel soll sie einmal personifiert werden als das, was sie ist, naemlich eine distinguierte weltoffene persoenlichkeit, die auch die zu kurz gekommenen zu wort kommen laesst, die verlierer, an der gesellschaft, am staat, an der eigenen dummheit – das gewissen ist das herz der sache, eine herzensangelegenheit & ein positiver schmerz. Es kann gut & schlecht gleichzeitig sein.

…. Wie gut, dass ich mein herz schon vor langer zeit verloren habe.

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