DER SOMMER KANN KOMMEN

genasfuehrt bin ich noch immer, werde ich bleiben, es ist schwer, an gutes zu glauben. dennoch versuche ich´s, kann ja nichts schaden.
aber was nuetzt mir noch?
bin genug nutzniesser einer sache, die ich nie wollte, heute stehe ich da als bittsteller an die gesellschaft, die sich zunehmend erbarmungslos zeigt. von niemanden will ich etwas materielles, ich will nur etwas fluechtiges, aetherisches, ein gebilde aus – ja, wuerde & achtung.
beides habe ich zu wenig erfahren. aber dafuer zuviel ver-achtung. das schmerzt, & wie! & betrogen werde ich, fast jeden tag, das wiederum ist nichts neues, aber es geschieht in immer dreisteren, grelleren neuen gewaendern, die ich nicht kenne & einordnen kann. den kopf hoch behalten, das ist das wichtigste. der sommer kann kommen, ich halte mich bereit. & wenn es der letzte waere.
o mann, sich selbst mut machen ist ungefaehr so lachhaft wie einer kuh das pissen beizubringen. auf meiner bank sitze ich, im schatten der garage, mit blick auf den gemuesegarten, sehe voegel im gras oder auf dem nussbaumzweig sitzen, sehe fremde katzen durch mein gelaende streunen – ich wuerde ihnen so gerne nacheifern, leben als tier, das nur nach der naechsten mahlzeit auschau haelt, ein heimlicher wunsch von mir. darf dabei aber nicht vergessen, dass der taegliche ueberlebenskampf der tiere das so ziemlich haerteste ist, was diese erde zu bieten hat.
der sommer kann kommen, kommt er auch zu mir? oder zu dir? oder uebersieht er uns, geht einfach an uns vorueber, als waeren wir luft fuer ihn. geschaehe uns ganz recht, schliesslich nehmen wir ihn als selbstverstaendlich wahr, wenn wir ihn ueberhaupt noch wahrnehmen.

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