Chopping Wood

Holzfaeller bin ich nicht, war ich nie – trotzdem ists eine schoene arbeit, die mich ausfuellt. Vor 25 jahren war ich einmal stolz auf diese taetigkeit, weil ich meine frau/gefaehrtin beeindrucken wollte.

Der holzstapel vor der haustuer wurde immer kleiner mit der zeit.

In diesem winter werde ich dagegen immer weniger. Ich spuere mein zunehmendes alter an allen ecken & enden. Es ist zum groessten teil nur die alljaehrliche melancholie, die mir die schoenen depressionen bringen wie ein geschenk. Um dagegen anzukaempfen schreibe ich gedichte, wie gehabt. Ich schreibe wie ein holzhacker seine arbeit verrichtet – schnell am ende seiner kraefte fuer diesen tag, besoffen von der kalten, frischen luft, von der eigenen taetigkeit, & am ende: ein haufen saegespaene hier, ein haufen muell an worten da.

Die wortpresse hat mich wieder, moechte mich zermalmen & zu papierschnipseln verarbeiten. Aber – nix da, ich will keinesfalls zu schnipseln papieren. Ich will noch ein bisschen rumholzen auf meiner klaviatur der woerter. Es klimpert so schoen in meinem hirnkasten, dann fuehle ich mich gross & als unbekannter dichter in einem unbekannten dorf. Das ist keine schande, keine schmach, ich empfinde nur ein kleines hochgefuehl, mich abzugrenzen vom ueblichen einerlei & dreierlei. Zur zeit herrscht nebel im bliestal, jedenfalls in unserer gegend – Das ist so unwirklich wie mein gesamtes leben, eine gesammelte natur in meinem gedaechtnis, das sein ende bald erreicht haben wird. Es sind an manchen morgen in diesem winter nicht einmal kraehen oder elstern zu hoeren, geschweige denn zu sehen. Nebel daempft alle geraeusche, wie der schnee, wenn er denn liegenbleibt.

Noch ein paar ideen moechte ich verwirklichen in den naechsten, spaeten lebensjahren – Koennen es auch andere menschen sagen: Ja. Es ist genug!? Machen wir ein ende!?

Ich kann es sagen, ich denke es sogar & will danach leben. Was man so leben nennt.

Meine gespaltenen holzscheite stapele ich an der rueckwand der garage – Hoch stapele ich sie, so, wie es der augenblick stets eingegeben hat. An den nebel verliere ich keinen gedanken.

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