Welcher Baum soll gefaellt werden?

I


da koennte man doch glatt angst kriegen vor solch einer bagage, wie sie manche blieskasteler an den tag legen! – nichts da, denke ich, niemand kann mir angst einjagen, nicht einmal der stockkonservativste blieskasteler, der nur eines kennt: geld scheffeln, weil´s in der ewigen dunkelheit keines gibt. „ich lache ob der angelahrten laffen!“ möchte ich hinausschreiben, mit heinrich heine als zitatgeber klingt es doch nochmal so gut in meinen tinnitusgeplagten ohren.

„ach, ich bin des treibens muede.“ 

von wem stammt    d i e s e s    zitat? ist mir entfallen & ist mir auch egal. aber es macht sich gut im verzweifelt-kommerziellen, ungeilen zeitgeist dieser monate, welch ein ermuedendes jahr war & ist doch dieses, 2-0-1-3! der vorabend zur diktatur etwa? von welchem land – oder sollte ich fragen: von welchem landstrich? 

aber: sehen wir doch positiv in diesen landstrich hinein! machen wir doch die probe aufs exempel. geldgierige griesgrame? mit mir nicht, sie taugen mancherorts doch noch zu persiflage, satire, sprich: inspiration –  fuer kuenstler, die mit worten jonglieren. ich habe da einen ganz besonderen blieskasteler im blick, der mir seit etlichen jahren genug stoff liefert, um ihn immer wieder in meinen laesterlichen tiraden unterzubringen, auf irgendeine art & weise. auf zitate kann ich da ruhigen gewissens verzichten, allein schon seine laecherliche figur im oeffentlichen leben genuegt, um mein reim-maschinchen anzuschmeissen. ich habe noch mehr solcher „lieblinge“, aber dieser schiesst den vogel ab.

circe, die grosse zauberin, haette ihre freude, ihre

helle freude daran, denn sie koennte dann wieder

aus „freunden“ meiner umgebung umgehend

ruesseltiere zaubern – wie schon so oft geschehen.

leider ist sie nicht aufzufinden, ich haette sie &

ihren mummenschanz dringend gebraucht. aber

eines schoenen tages wird sie wiederkommen, & dann gnade euch gott, ihr kulturbarbaren! eure gartenlaube, die ihr um den lindenbaum der kultur gebaut habt, wird zerstoert & der lindenbaum gefaellt werden. 


waer´s vermessen zu sagen, dass die kulturlandschaftsmaler von blieskastel mir zukuenftig im mondschein begegnen koennen, da sie mich ermorden wollten!? 

es waere vermessen, fuerwahr.

was ich im ersten teil dieses artikels – wenn´s denn einer ist – gesagt habe, trifft auch auf diese bemerkung zu, meine kulturellen beitraege gehoeren allesamt in den untergrund, wenn nicht sogar in die katakombische blieskasteler kanalisation.

mit dreckzeug verhandelt man nicht, man befiehlt!


ich lasse mir aber nichts befehlen, geschweige denn vorschreiben, was gesellschaftlich richtig oder falsch ist. wenn ich nen griff ins klo mache, so ist das meine sache. das maul kann man sich darueber zerreissen, ist schon recht. es ist schliesslich immer so gehandhabt worden, wenn ich so in meine vermaledeite vergangenheit gucke, kann ich viele parallelen fuer heute erkennen.

aber ich bleibe mal in der gegenwart.

kulturell war das jahr 2013 schlimm fuer mich – meine vielversprechende band zerfiel im april, die folgen habe ich bis heute noch nicht richtig verdaut. ich bin nicht mehr siebzehn, als unsere erste & wichtigste phase gerade erst begann. & von einem tag auf den anderen gab´s diese gruppe nicht mehr, nur, weil zwei dickkoepfe sich mit einem dritten dickkopf nicht einigen konnten. zwei gegen einen war schon immer aussichtsloser als zwei gleich starke parteien (ich spreche immer noch von einer drei- bis vierkoepfigen musikgruppe!).

sandkastenspielereien – sieht so musikkultur in blieskastel aus?

das rueckbesinnen auf ein paar jahre frueher, das kam dann zwangsweise, worueber ich aber nicht traurig bin. nur fehlt mir der mumm, oeffentlich aufzutreten, alleine, mit meinen eigenen liedern, so, wie ichs urspruenglich geplant hatte, 2010, als wir erste versuche einer wiedergruendung machten.

da gab´s auch noch einen vierten mann, eine beleidigte majestaet, der mal zu proben erschien & mal nicht, ganz wie´s beliebte. diese deja vu-erlebnisse waren mir sattsam bekannt.

egal, es ist alles vorbei, gute nacht ihr sackpfeifen, moechte ich noch hinterherschicken. gehabt euch wohl in eurem kleinen mikrokosmos, der nur aus eitelkeiten besteht, & aus zoegerlichkeiten.

aber was habe ich daraus gemacht in diesem bald vergangenen jahr, habe ich daraus gelernt? sicher, & zwar musikalisch & musiktechnisch, wenn man so will – was fehlte denn nur? 

ach ja! die anerkennung fehlte. die anerkennung unter musikerkollegen, mit denen ich vierzig jahre zuvor auch gehadert haben musste, besser gesagt, gerungen haben musste – um anerkennung meiner position als bassist & musiker. 

oberschlaue werden nun fragen: warum hast du dich mit solchen leuten ein zweites mal eingelassen?

hattest du das noetig?

ja, meine damen & herren geschworenen, ich hatte es noetig. 

doch was soll das alles mit der kultur von blieskastel zu tun haben, frage ich nochmals!? weil wir allesamt aus dieser stadt stammen, gleichaltrig sind & uns den schuelerfrust aus der seele jammten, 1971/72 – dilettantisch, aggressiv, eklektisch & im improvisieren von mal zu mal besser werdend.

abschliessend waere ernuechternd zu sagen: es hat sich aber nicht viel in vierzig jahren geaendert. jeder ist auf irgendeine art weitergekommen, auf seinem angestammten instrument, auf neuen instrumenten, technisch & kreativ. nur untereinander hapert´s immer noch so kraeftig wie vor vierzig jahren. schwamm drueber.

fazit: ich bin wieder mein eigener songschreiber, studiotechniker, produzent, begleitband & suchender, der ich immer war in den letzten fuenfundzwanzig jahren. bis 2010 war ich jedoch konsequenter in meinem bestreben, was musik anbelangt.

es interessierte sich keine sau dafuer.

da stehe ich in der kulturszene blieskastels aber bei weitem nicht alleine. & die menschlichen ueberreste aus den alten rockmusik-tagen koennen mir gerne mal im mondschein begegnen, dort gehoeren sie naemlich hin.

Advertisements