Wann treten Sie auf, Herr Sutaio!?________________________________________________

Dass ich ´n Amateurmusiker bin, hat man mir ja angemerkt seit ein paar Jahren, & wer sich für diese Art Musik interessiert, hat hie & da sicher auf meiner soundcloud-Seite einen oder mehrere songs von mir angehört. Es ist sehr schade, dass mich keine Beurteilungen oder Kommentare erreichen, ich wollte daraus keine Schlussfolgerungen ziehen, tue es aber klammheimlich. Es liegt einfach in der Natur der Sache. Ich bin neugierig auf ein Publikum, das ich nicht zu sehen bekomme, weil es kaum eine Möglichkeit dazu gibt. Selbst in meinem Heimatort sind die Reaktionen spärlicher ausgefallen, als ich befürchtet hatte. Meine selbstverfasste CD, in einer winzigen Auflage von 37 Stück, habe ich bei einem Flohmarkt-Laden in der blieskasteler Innenstadt veröffentlichen lassen. Den Erlös wollte ich, wenn er ausreichend gewesen wäre, in eine Neuauflage mit verbesserter Studioqualität stecken – War aber nix damit. Ganze drei Exemplare wurden von dieser CD verkauft. Der Ladeninhaber sagte mir, in Blieskastel wäre dafür kein Markt. Ausserdem wäre ich total unbekannt (schlecht wäre auch, dass ich unter Pseudonym veröffentliche) – Naja, auf facebook machte ich kräftig Reklame für die Scheibe, habe mich selber damit mit der Zeit genervt, einige Leutchen, die mich gut kennen, versprachen, sich die CD zuzulegen.
Es blieb bei dem Versprechen.

Wie hättet ihr gehandelt, ihr Leute da draussen in den grossen deutschen Städten, hättet ihr mir eine kleine Chance eingeräumt?!
Ich werde es weiter versuchen, am besten wär´s, mit diesen Liedern irgendwo aufzutreten. Ist die beste Reklame, die man machen kann. Oder als Strassenmusiker arbeiten, in Saarbrücken oder Kaiserslautern?! Ehrlich gesagt, mir fehlt noch der Mut dazu. Alleine, ohne Band neben oder hinter mir, bin ich noch nie in meinem Leben aufgetreten, selbst wenn zwei, drei gute Bekannte mir zuhören, werde ich nervös wie ein Erstklässler (ich mache seit 44 Jahren Amateurmusik, schreibe seit nahezu 40 Jahren eigene Lieder, Gedichte und anderes noch viel länger), es ist gespenstisch. Die Nachfolge-CD habe ich aus Scham nicht veröffentlicht, obwohl die verschiedenen Songs es wert wären. Und ich arbeite an einer weiteren CD mit einem einzigen Thema, dem Ersten Weltkrieg und meinen Kommentaren (= Liedern) dazu. Ob die veröffentlicht wird, steht in den Sternen, sie wird wesentlich teurer werden als die erste und einzige veröffentlichte CD. Neuerdings verschenke ich sie an Bekannte und Freunde, in der Hoffnung, irgendeine Resonanz von ihnen zu erhalten. Die Hoffnung stirbt nicht, sie nagt bloss am Hungertuch.
Ich weiss nicht, ob ein alter Knacker von 60 Jahren bei irgendeinem Publikum noch als Newcomer durchgehen wird. Schon zu lange versuche ich, ein Newcomer zu sein.

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