Der Stadtwolf und die Kunst der Stadt

Ein Stadtwolf, meine Wenigkeit wohlgemerkt, gibt sich die Ehre. Ein wenig grau bin ich schon im Fell geworden, aber meine Reisszähne sind noch voll in meinem Besitz. Nur gibt es in meiner Heimatstadt Blieskastel nix Anständiges mehr zu reissen, die Grosskopfeten haben die Reissleine gezogen, ehe sie davonfliegen konnten.
Es macht nichts, mich hungerts und dürstets nach anderen Dingen, die schneller kommen und nie wieder weggehen.
Einer Subkultur hier in der Stadt und ihrer Umgebung zu begegnen, kommt einem Suizidversuch gleich. Da mein Wolfsdasein mir dies nicht erlaubt, bin ich gezwungen, dem Grund nachzugehen. Hier ist alles Leben stromlinienförmig, dafür muss es doch einen Grund geben. Reiche sind reich, ja, verschnöselt, bigott sind sie nicht nur, sondern auch noch ignorant, was andere Personen angeht – Aber: Sie sind nicht die Hauptvertreter der Stadt. Ich weiss, dass hier und anderswo nur das Geld zählt in der Gesellschaft, welche Gesellschaft das immer sein mag, es ist nicht die wahre und nicht jene Sozietät non plus Ultra.
Aber was ist es dann?
Ich schleiche, ich krieche, ich renne, ich streune durch die Strassen und finde – Nichts. Niemanden. Nada. Es ist heute, gestern und morgen so, als würden Geister hier leben, die das Leben hassen, weil sie nun nicht mehr existieren in diesem Diesseits. Eine andere Erklärung kann ich momentan nicht finden. Also muss ich meine Recherchen auf dieser Behauptung aufbauen.

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